06.05.2008

Pfingsten (Pfingstsonntag) 11.Mai 2008


Apg 2,1-11
1 Kor 12,3b-7.12-13

Joh 20,19-23





Evangelium: Joh 20,19-23

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in die Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT

Bitte stören !

Kennen Sie diesen Witz? Zwei Pfarrer unterhalten sich über ihren Religionsunterricht. Der erste stöhnt: „Meine Schüler sind eine echte Plage. Ich habe sie nach den Namen der vier Evangelisten gefragt, und als Antwort kam nur "Josef und Nepomuk" – es ist einfach furchtbar!“ - Da spendet ihm sein Kollege Trost mit den Worten: "Seien Sie doch froh, dass die Schüler wenigstens zwei gewusst haben!"

Trotz bester deutscher Sprach-
kenntnisse kann über diesen Witz nicht jeder lachen. Um Witze zu verstehen, muss man sich in ihrem Thema aus-
kennen, man muss etwas wissen. Dass die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes heißen, dürfte nicht nur jedem Priester bekannt sein, sondern sicher auch den meisten Kirchenbesuchern.
Mit dem Pfingstfest ist das auch so eine Sache. Die Bibelstelle der heutigen ersten Lesung aus der Apostelgeschichte ist vielen bekannt: ein Brausen vom Himmel her, Zungen wie von Feuer und schließlich mutige Prediger, die jeder in seiner Muttersprache verstehen konnte.

Der Text des heutigen Evangeliums dagegen kommt nicht so gewaltig daher, sondern eher leise, unauffälliger. Aber er hat es in sich. Johannes schildert zu Beginn auch, wie die Jünger Jesu sich aus Angst vor Verfolgung durch die Juden eingeschlossen haben. Sie sind aus der Öffentlichkeit verschwunden, einfach untergetaucht. Bitte nicht stören – so könnte es draußen an der Tür angeschrieben stehen!

Ihre Angst war nicht unbegründet: die ersten Christen waren aus der jüdischen Synagogen-Gemeinschaft ausgegrenzt worden und wurden zum Teil von Mitbürgern regelrecht verfolgt. Wir erinnern uns da z.B. an Paulus, der vor seiner dramatischen Begegnung mit Jesus als Christenhasser Saulus gegen die vermeintliche Sekte ankämpfte.

Johannes erzählt nun im Evangelium, wie die Jüngerschar vom auferstandenen Jesus vollkommen überrascht wird. Geschlossene Türen und dicke Mauern interessieren ihn offenbar nicht. Er steht einfach vor ihnen und tritt in ihre Mitte, heißt es. Er ist die Mitte, er ist der Mittelpunkt des Geschehens. Um ihn herum drängt sich die Gemeinschaft der Jünger, von denen wir noch nicht einmal erfahren, wie viele es hier gerade sind und wer dabei ist. Das spielt auch keine Rolle, denn hier geht es um Jesus und das, was er zu sagen hat. Und da fällt sofort auf, dass er nicht nur zum Beweis seine Hände und seine Seite vorzeigt, sondern gleich zweimal betont: „Friede sei mit euch!“ - Warum wiederholt er das? Johannes will uns damit sagen: Achtung, das dürft ihr nicht übersehen – das ist Jesus ein besonderes Herzensanliegen!

Friede ist natürlich nicht gleich Friede, das wissen wir nur zu gut.
Es gibt Arten von Frieden, die eher an Friedhofsruhe erinnern. Jesus dagegen sagt: „Shalom!“ - Damit meint er die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott, der Friede Gottes, den er dem Menschen schenkt. Kein fauler Friede, der wegsperrt, kein Friede, der ausgrenzt, der in Schubladen einordnet und die vermeintlich einzige Wahrheit als Keule gegen andere einsetzt. Der Friede Gottes ist anders. Es ist ein Friede im Heiligen Geist, und der ist schöpferisch, der ist Tröster, der ist Beistand und Helfer in jeder Lage. Zärtlich und gütig ist er. Seine Wahrheit ist nicht wie unsere, die wie eine Keule geschwungen wird, nein, sie ist wie ein wärmender Mantel, der uns zum Hineinschlüpfen entgegen gehalten wird.

Genau diesen Heiligen Geist ruft Jesus an Pfingsten auf die Jünger herab. Dies geschieht, indem er sie anhaucht und spricht:
„Empfangt den Heiligen Geist!“ - Natürlich denken wir beim Stichwort „anhauchen“ sofort an die Schöpfungsgeschichte: Gott haucht dem Menschen den Lebensatem ein! Diese Parallele ist kein Zufall: Ostern beginnt die neue Schöpfung Gottes, ein neuer Anfang, vom Heiligen Geist begleitet. So wie der Atem gefährliche Krank-
heitskeime übertragen kann -daher ja auch der Mundschutz der Ärzte im Operationssaal- , so kann der Atem des Heiligen Geistes wie eine Mund-zu-Mund-Beatmung wiederbeleben, Gottes Gesundheitskeime sozusagen!

Wer durch die Sünde zusammen-
gebrochen und wie tot war, kann durch die Atemspende des Heiligen Geistes neu leben und noch mehr:
Der Heilige Geist kann wie Sauerstoff in die Blutbahn gelangen, kann Mut und Kraft geben, als Christi Jünger zu leben und davon Zeugnis zu geben. Nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes konnten die Jünger damals den Auftrag Jesu erfüllen: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Sie waren jetzt im wahrsten Sinne des Worte be – geistert.
Nun konnten sie das Wort Gottes verkünden, die „frohe Botschaft“, wie das Wort „Evangelium“ übersetzt heißt. Ein Teil dieser frohen Botschaft ist, dass sie in der Kraft des Heiligen Geistes Sünden vergeben können. Das fällt schon auf - die Zusage der Sünden-
vergebung steht im Text ganz unmittelbar im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist!

Wer wirklich Jünger Jesu ist, der erledigt also Auftragsarbeiten und nicht eigene Ideen. Wer wirklich Jünger Jesu ist, kann vergeben, wenn sich jemand an ihm versündigt hat. Im Vaterunser hat uns Jesus gelehrt zu beten: „…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. In jeder Heiligen Messe verpflichten wir uns dazu, das sollte man nicht vergessen! - Über die Größe Gottes kann man nur immer wieder staunen – er traut uns das also zu, wir können das, im Sakrament der Buße, aber auch auf andere Weise.

Was aber kann dann der Hinweis Jesu bedeuten: Wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ - Wörtlich heißt es eigentlich: „Wem ihr die Sünden festhaltet…“ - Das gibt es auch,
dass Menschen im Zustand der praktischen Gottlosigkeit bleiben, vielleicht zwar „ja,ja“ zu Gott sagen, aber in Wirklichkeit doch ganz gegen den Heiligen Geist leben.

Gott ist die Liebe, aber seine Liebe zwingt niemand zu seinem Glück! Wer meint, ohne Pfingsten in seinem Herzen leben zu wollen, wer keine Einsicht in seine Schuld hat, der bleibt im Zustand der Sünde, dem kann nicht vergeben werden!
Da sind wir wieder ganz am Anfang der heutigen Predigt-
gedanken: Es gibt diese Gefahr, nicht gestört werden zu wollen und auch die Gefahr, einfach nicht wissen zu wollen, was Gott von uns will. Das ist wie beim Handy: Wer es immer ausgeschaltet hat, kann auch keine wichtigen Nachrichten bekommen! Er oder sie hat sich selbst ausgeschlossen.

So ist das mit Pfingsten: Wer sich wie mit einer Sonnencreme eingerieben hat, sozusagen mit „Gottesschutz-Faktor 24“,
in dessen Herz dringt der Geist Gottes nicht ein. Dies betrifft natürlich nicht nur die sogenannten Fernstehenden, sondern uns alle, jeden in der christlichen Gemeinde. Wenn wir uns z.B. in der Heiligen Messe gegenseitig den Friedensgruß geben und Jesu Worte nachsprechen: „Der Friede sei mit dir!“, dann geht es nicht nur um den Frieden zwischen denen, die da gerade mehr oder weniger zufällig nebeneinander in einer Bank sitzen und sich mehr oder weniger gut verstehen. Beim Friedensgruß handeln wir pfingstlich, im Geiste Gottes:
Ja, Gottes Friede soll über dich kommen, über alle hier, ausnahms-
los und ohne unsere persönliche Ab-
neigung oder Zuneigung. Im Friedensgruß reiche ich dem die Hand, den Gott neben mich gesetzt hat. Ich gebe den Gruß, aber ich empfange ihn auch. Und wer schon mal darauf geachtet hat, wie froh viele dabei sind, der ahnt vielleicht ein wenig von der liebenden Kraft und den Möglichkeiten, die der Heilige Geist noch für uns parat hat, wenn wir ihm das Steuer unseres Lebens überlassen. Komm, heiliger Geist, bitte störe mich!



http://www.joerg-sieger.de/predigt/ostern/pfin_g.htm
Predigt zur Sündenvergebung Dr. Jörg Sieger

http://www.kath-kirche-kaernten.at/pages/orgeinh.asp?id=5735&pageid=6321
Kath.Kirche Kärnten: Formen der Sündenvergebung

http://www.stmichael-online.de/beichte1.htm
Einige Gedanken zur Beichte

http://www.beichte.net/
Kurze Infos über die Beichte

http://www.karl-leisner-jugend.de/Katechesen/Beichte_Hinweise.htm
Leisner-Jugend: Beichte erklärt für Anfänger

http://www.karl-leisner-jugend.de/Katechesen/Beichte.htm
Beichte – ein modernes Sakrament

http://www.stjosef.at/artikel/macht_beichten_sinn.htm
Macht Beichten Sinn?

http://www.bayern-evangelisch.de/web/glauben_glaubensfundamente_beichte.php
Beichte evangelisch

http://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/muttertag.php
Kurzinformation zum Muttertag

http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingsten
Wikipedia über Pfingsten

http://www.karrenbrock.de/com/index.php?a=48
Fotograf u. Journalist Hans-Jörg Karrenbrock – siehe oben sein Foto vom Beichte hörenden Priester. Demnächst stelle ich in einer Buchbesprechung vor „Was ist katholisch?“, woran er mitgewirkt hat.





Ein Manta-Fahrer zum anderen: "Ich habe mein Puzzle jetzt endlich fertig."
Der Andere: "Ach ja ? Und wie lange hast du dafür gebraucht ?"
Erster: "Na etwa sechs Monate."
Zweiter: "Ist das gut ?"
Erster: "Ich denke schon, auf der Packung stand: vier bis sechs Jahre !"

Klein Peter muss zur Strafe 100 mal schreiben: "Ich darf den Lehrer nicht duzen."
Er schreibt es 200mal. "Warum denn das?", fragt der Lehrer.
Peter: "Weil ich dir eine Freude machen wollte!"

Musterung beim Bund. "Na was sind Sie denn von Beruf?" fragt der Arzt.
"Ich bin Komiker!"
"Komiker, interessant! – Na, dann zeigen Sie mal, was Sie können!"
Der Komiker reißt die Tür auf und brüllt raus: "Ihr könnt alle heimgehen! Ich habe die Stelle gekriegt!"

Weshalb trinken Schwaben die Milch immer in dem Geschäft, in dem sie sie gekauft haben?
Weil auf der Packung steht: "Hier öffnen!"



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