30.01.2008

4.Sonntag im Jahreskreis A (03.02.2008)


Zefanja 2,3; 3,12-13
1 Kor 1,26-31
Mt 5,1-12a

Evangelium:
Mt 5,1-12a

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT

Sie haben gewonnen!

Vielleicht reagieren Sie mittlerweile auch wie ich allergisch, wenn Sie wieder einmal hören oder lesen: „Wir gratulieren Ihnen! Sie haben gewonnen!“ Wir aufgeklärten Verbraucher wissen es aus leidvoller
eigener Erfahrung oder durch Warnungen anderer: Solche angeb-
lichen Gewinne sind in der Regel nur trickreiche Lockmittel, um uns irgendetwas aufzuschwatzen, das uns dann teuer zu stehen kommt.

Und jetzt erfahren wir im heutigen Evangelium, dass Jesus ganz offensichtlich vor etwa 2000 Jahren schon eine Werbe-Botschaft formuliert hat: „Selig seid ihr“, heißt es gleich 9 mal , und am Schluss gewissermaßen als letzte Steigerung seines Gewinn-Versprechens: „Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“

Was Jesus uns hier in der Einleitung der sogenannten Bergpredigt zusagt, ist seine Werbe-Kampagne für das wunderschöne ewige Leben im Himmelreich und damit das Kernstück seiner Verkündi-
gung. Aber leicht verdauliche Schonkost ist es sicher nicht – und das am Karnevalssonntag!

Aber bei genauerer Betrachtung ist dieser Zeitpunkt für die Auswahl dieses Textes gar nicht so falsch. Während der Karneval für viele die Gelegenheit gibt, endlich mal in eine neue Rolle zu schlüpfen, fröhlich nach Herzenslust zu feiern und für einige Stunden glücklich zu sein, hat Jesus deutlich mehr zu bieten. Wenn er sagt: „Selig seid ihr“, meint er nicht solche Bier- oder Weinseligkeit, der die Ernüchterung im Alltag folgt. Jesus bietet mehr, nämlich das ewige, vollkommene Glück, die Teilhabe an Gottes Seligkeit. Es war also nicht ein Papst, der die Seligsprechungen erfunden hat, sondern Jesus selbst.

Wenn wir aber lesen oder hören, wer da alles von Jesus selig gesprochen wird, sind wir erst einmal geschockt: Da ist von Menschen die Rede, die arm sind, Menschen, die trauern, die keine Gewalt anwenden, die hungern und dürsten und so weiter. Auf den ersten Blick könnte man also annehmen, dass Jesus hier die Ausgebeuteten, die vom Leben Benachteiligten, die in materiellem oder seelischen Elend Lebenden mit besseren Zuständen im Jenseits, im ewigen Leben vertrösten will.
In diesem Falle könnte man demzufolge meinen, Jesus würde die Armen, die Schwachen, die im Elend Lebenden auffordern, nur ja den Mund zu halten und von einem besseren Leben im Himmel zu träumen. Dann bräuchte man als Christ auch nichts an ungerechten Zuständen zu ändern, denn gerade solche Zustände wären dann so eine Art reservierte Eintrittskarte ins Himmelreich.

Doch bei genauerem Hinsehen klärt sich das als völlig falsche Deutung der Worte Jesu auf. Es heißt ja, dass er sich auf dem Berg hinsetzte, „und seine Jünger traten zu ihm.“ Für die Menschen damals war klar: wenn Jesus sich hinsetzte, war dies ein Zeichen, dass er wie auf einem Thron mit höchster Autorität spricht, denn üblich war das Lehren im Gehen und Stehen.

Dies wird verstärkt durch die anschließende Aussage im Evangelium: „Dann begann er zu reden und lehrte sie.“ Sofort fällt auf: Niemand hatte eine Frage an Jesus gestellt. Er selbst ist es, der die Initiative ergreift, denn auf diesem Berg hat er Grundsätzliches zu verkünden, so wie Gott dem Mose auf dem Berg mit den Zehn Geboten Grundsätzliches verkündete.
Jesus wendet sich mit den folgenden Ausführungen ausdrücklich an seine Jünger, also an Menschen, die sich eigentlich entschieden haben, ihm nachzufolgen. Sie sind es, die er hier belehren will.

Der einleitende Satz seiner Unterrichts-
stunde, über den wir jetzt nachdenken, lautet wie folgt:
„Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“
Es geht also eindeutig nicht um eine mate-
rielle Armut, die man durch ungerechte Verhältnisse erdulden muss.
Es geht um Armut vor Gott, und die ist Jesus so wichtig, dass er sie ganz an den Anfang stellt. - Dieser Satz ist gewissermaßen die Tonart für die nachfolgenden Sätze, in denen Gottes Musik gespielt wird, so wie immer die Tonart-Zeichen am Anfang eines Musikstückes dessen Klangcharakter bestimmen.

Diese Grundsatzerklärung Jesu ist auch der Kirche so wichtig, dass sie in allen drei Lesejahren (A,B,C) an einem wichtigen Festtag als Evangelium gelesen und erläutert wird, nämlich an Allerheiligen. - Dann wird auch hier Gelegenheit sein, die weiteren „Selig sind…“-Sätze zu betrachten.

Was ist aber damit gemeint, dass denjenigen das Himmelreich zugesagt wird, die arm sind vor Gott? Wer ist denn arm vor Gott bzw. wie wird man arm vor Gott?
Arm ist, wer sich aus eigenen Mitteln, aus eigener Kraft noch nicht einmal das Lebensnotwendigste beschaffen kann. Wer arm ist, der ist ganz auf Hilfe angewiesen. Wer arm ist vor Gott, der weiß, dass er aus sich nichts ist und nichts kann, sondern ganz auf Gott angewiesen ist. Gott, der Schöpfer, hat ihn in dieses Erdenleben gerufen und wird ihn auch wieder aus diesem Erdenleben hinwegnehmen. Das macht er zwar mit allen, aber nur dem Armen „im Geiste“, dem Armen vor Gott ist dies auch in aller Konsequenz für sein Erdenleben bewusst. Er weiß sich ganz in den Händen Gottes und in dessen barmherziger Liebe und hat eine Sehnsucht nach Gott wie ein Verdurstender nach dem Wasser.

Jesus will seinen Jüngern mit dieser Einleitung verdeutlichen, dass man nur mit dieser inneren Einstellung der Demut, wie seine Mutter Maria es in Vollendung vorgelebt hat, den Weg der Nachfolge als Jünger Jesu gehen kann.

Wer arm ist vor Gott, der sieht sich als leeres Gefäß, dass nur Gott wirklich füllen kann. Dem Armen vor Gott ist nur Gott sein eigent-
licher Reichtum, und nicht Geld, Macht, Ansehen oder was sonst auch immer.
Wenn wir in der Heiligen Messe zur Kommunion nach vorne gehen, um den Leib Christi zu empfangen, sind unsere geöffneten Hände auch leer wie diese Schale, und sie werden durch Gott selbst gefüllt.

Sicher ist Ihnen auch aufgefallen, dass Jesus nicht gesagt hat: „Ihr müsst arm sein vor Gott, sonst…“ - Jesus will uns keine Vorschriften machen, sondern er spricht herzliche Gückwünsche aus.
Er gratuliert denjenigen, die um ihre Schwäche, ihre Begrenztheit, ihre Armut vor Gott wissen und sich mit allem, was sie sind und nicht sind, ganz dem Erbarmen Gottes anvertrauen. Das ist fast wie bei einem kleinen Kind, dass zu 100 % auf seine Eltern angewiesen ist und aus sich nicht überleben könnte.

Arm vor Gott werden – viele haben sich auf diesen Weg gemacht, nicht nur Mönche, Ordensschwestern, Priester und viele andere. Dafür haben sie auf vieles verzichtet.
Der Millionenerbe Hubert Liebherr zum Beispiel (die Firma baut Kräne, Maschinen, Kühlschränke und vieles mehr) hat auf sein großes Erbe verzichtet. Nun erzählt er überall davon, wie er Gott erfahren hat und wie er für das Reich Gottes lebt.*)

Jesus gratuliert zu Beginn der Bergpredigt also denjenigen, die sich von Gott eines Besseren belehren lassen. Sie haben einen Zipfel des Himmelreiches schon auf Erden in der Hand. Jesus sagt nicht „vielleicht“ oder „ihr habt gute Chancen“, sondern er gibt eine verbindliche Erklärung ab, eine ganz klare Zusage.
Alle diese „Selig sind…“ –Sätze beginnen im Original mit „makarios…“ , das heißt: „Selig zu preisen sind…“ - Das heißt: sie kommen in Gottes Seligkeit. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Amen.

*) Über Hubert Liebherr wird im Frühjahr auf meiner zweiten Internet-
seite „CHRIST-AWARD“ www.c-award.blogspot.com berichtet.

..............................................................................................................................................









HUMOR:

Der Kuss

Der ersten Liebe Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss.
Er ist verliebt und macht vergnügt,
ob man ihn gibt oder ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich,
denn meistens ist er ja nur mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List,
den Abstand zu vermindern trachten,
um sich mit Blicken anzuschmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer,
dann pflegt man mit geschlossenen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Doch nicht der Mund allein
braucht der Küsse Ziel zu sein.
Man küsst die Wangen, küsst die Hände
und auch noch andre Gegenstände,
die rundherum mit Wohlbedacht,
an unserem Körper angebracht.
Auch wie man küsst, ist sehr verschieden,
ob Norden, Osten, Westen, Süden,
der eine saugt, der andre schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche,
vermeidet jegliche Geräusche.
Die einen kurz, die andren länger,
die längsten nennt man Dauerbrenner.
Kurzum ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinander pappen!

( unbekannt )

..................................................................................................................................

LINKTIPPS DER WOCHE:


http://www.willibertpauels.de/web/start.html
Diakon und Büttenclown

http://www.minis-dreifaltigkeit-offenburg.de/material/logos.html
Werbe-Logos christlich umgebaut









LINKTIPPS ZUM THEMA FASTENZEIT:

http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF098/EMF009745.asp
Texte zur Fastenzeit

http://www.bistum-augsburg.de/ba/dcms/sites/bistum/dioezese/dienststellen/referate/glaube/faq/fasten.html
Fastenzeit früher und heute, heutige kirchl. Weisungen zu Bußpraxis als pdf - usw.

http://www.pfarrbriefservice.de/pbs/dcms/sites/pbs/materialien/monatsthemen/fastenzeit.html
Pfarrbriefservice: Vom Sinn der Fastenzeit, Fastenkalender u.a.

http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=33350
Diverse Informationen des Bistums Münster zur Fastenzeit, z.B. Hungertuch, Karnevalssteuer, Karwoche…

http://www.fastenzeit.de/
Fastenlexikon, Fasten-FAQ, Bücher, Meinungen

http://www.bonner-muenster.de/fastenzeit/impulse.htm
Täglicher Impuls zur Fastenzeit

http://www.bistum-regensburg.de/borPage001387.asp
Rätsel zur Fastenzeit (nicht nur für Schüler)

http://religion.orf.at/projekt03/religionen/christentum/Feste/ch_fe_ascherm_fastenzeit_fr.htm
Hauptartikel und weitere Unter-Artikel Österr.Fernsehen ORF zur Fastenzeit: z.B. Aschermittwoch / Wüstlinge…

http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/kkv/kkv-009.nsf/webmaster/frameset/1?opendocument
Kirchenjahr-Infos, auch Fastenzeit: z.B. Aschermittwochsheft (pdf)
Was berühmte Leute über das Fasten sagten, Fastensonntag (pdf)…

http://www.kath.net/detail.php?id=18848
Buchtipp: „Die Bibel-Diät“

http://www.katholisch.de/19163.html
Umfangreiche Informationen, z.B. die Tradition der 40 Tage, tägliche
E-Mail-Impulse zur Fastenzeit (Bistum Hildesheim), …

http://www.misereor.de/home.html
Misereor (Kollekte am 8./9.März 2008) Materialien, newsletter usw.

http://www.zitate-online.de/thema/fastenzeit/
Zitate zum Thema Fastenzeit

http://www.aktion-verzicht.at/ueberblick.php
Aktion Verzicht: Aktionsvorschläge, Gruppenstunden, Texte…

http://www.40tagebetenundfasten.de/
Beten und Fasten für unser Land: Gebetsheft-download

http://www.kigo-tipps.de/html/fastzeit.htm
Materialien zum Kindergottesdienst in der Fastenzeit

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3016/
Tugenden Theologische Meditationen zur Fastenzeit / pdf

http://www.liturgie.ch/ds/dcms/sites/lich/portal/artikel.html?f_action=show_article&f_article_id=17&f_article_title=Wer+festet%2C+soll+auch+fasten%2C+soll+auch+feiern
Aschermittwoch

http://www.liturgie.ch/ds/dcms/sites/lich/portal/artikel.html?f_action=show_article&f_article_id=15&f_article_title=In+Sack+und+Asche+oder+mit+Freude+und+Be-Geisterung%3F

Fastenzeit

http://www.fasten-wander-zentrale.de/html/cms/front_content.php
Fasten-Wandern

http://www.d-f-a.de/
Deutsche Fasten-Akademie


27.01.2008

Neu: mein Buchtipp für Februar















Ab sofort möchte ich einmal monatlich meinen "Lesetipp des Monats" vorstellen.

Im Februar: „Gott ja, Kirche nein“ – so der treffende Titel eines gelungenen Werkes des katholischen Journalisten Guido Horst (ehemals Chefredakeur der „TAGESPOST“), das im „MM Verlag“ erschienen ist.
Der Untertitel verrät, was das Anliegen des Autors ist: „Antworten auf 66x Kritik“. Wir kennen das ja alle: über den Glauben und vor allem über die Kirche wird -oft genug auf Stammtisch-Niveau- viel und gerne gelästert.

Im Umschlagtext des Buches heißt es: „Das Buch richtet sich nicht an die theologische Fachwelt, sondern will all jenen eine wichtige Hilfe sein, die ihre Kirche und ihren Glauben lieben und für die alltägliche Diskussion griffige und prägnante Argumente benötigen. Zugleich wendet es sich auch an all diejenigen, die sich an ihrer Kirche reiben…“

Dazu beschäftigt der Autor sich mit den gängigen Fragekomplexen zu „Gott“, „Jesus Christus“ und “Kirche“ in eigenen Kapiteln. An den Anfang von jedem der 66 Artikel stellt Guido Horst eine These, zu der er dann Stellung bezieht.

Beispiel: „Christus ging es vor allem um Aussätzige, Kranke und Randgruppen. Und so sollte sich auch seine Kirche besonders der Wiederverheirateten, Geschiedenen und Homosexuellen annehmen. Nicht nur, dass sie dies versäumt - sie fällt auch noch radikale Urteile über sie."

Auf wenigen Seiten erläutert der Autor die kirchliche Position zu diesen Vorwürfen (wird hier nicht verraten!) und ergänzt sie mit einigen Zitaten.
Das Buch (ISBN 3-928272-40-3 / Preis: 20 €) stößt offenbar auf großes Interesse; ein ergänzender 2.Band liegt ebenfalls vor. Weitere Bücher von Guido Horst sind ebenfalls im Angebot. - Hier nun der direkte Link zum Verlag:

http://www.mm-verlag.com/home/MM_Verlag.php

26.01.2008

"CHRIST-AWARD" - Februar-Ausgabe!


Die Februar-Ausgabe meines 2.Blogs "CHRIST-AWARD" ist soeben erschienen: Hauptthemen: - Die Ordensgemeinschaft der Kapuziner, - Der Internetauftritt von "katholisch.de"
Hier der direkte Link: >>> http://www.c-award.blogspot.com/

23.01.2008

3.Sonntag im Jahreskreis A (27.01.2008)

Jes 8,23b - 9,3
1 Kor 1,10-13.17
Mt 4,12-23

Evangelium: Mt 4,12-23

Als Jesus hörte, daß man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Názaret, um in Kafárnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sébulon und Náftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesája gesagt worden ist: Das Land Sébulon und das Land Náftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschen-
fischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her.
Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:

Dunkelmänner hinter Jesus her

Gerade haben Sie es im Evangelium erfahren: Am Ende des heutigen Bibeltextes sind vier Dunkelmänner hinter Jesus her!
Sie erinnern sich nicht daran? Also der Reihe nach: Dunkelmänner sind in unserem Sprachgebrauch undurchsichtige Drahtzieher im Hintergrund, Anstifter und Leute, die unbedingt etwas verbergen wollen.

Bei unseren heutigen Dunkelmännern ist das etwas anders. Es sind Dunkelmänner, weil sie aus dem Volk kommen, das im Dunkeln lebt. Sie lebten im „heidnischen“ Galiläa, wie der Bibeltext uns mitteilt. Der genannte Land-
strich war zwar auch jüdisches Land, aber vom Kernland und von der Hauptstadt Jerusalem doch weit entfernt und durch das Gebiet von Samarien (wir denken an den barmherzigen Samariter!) abgetrennt.

Bei den strenggläubigen Juden, die auf die strikte Einhaltung der religiösen Gebote achteten, galten die Einwohner von Galiläa als religiös verwahrlost. Sie nahmen es nicht immer so genau mit den Geboten. Das lag nicht nur daran, dass sie weit weg waren vom religiösen Zentrum, sondern auch daran, dass in dieser Gegend außer den Juden auch wirklich viele Heiden lebten, eine Folge früherer Vertreibungen. Für die frommen Juden in Jerusalem und für die Schriftgelehrten jedenfalls lebten diese Menschen alle im Dunkeln. Dunkelmänner und Dunkelfrauen eben.

Zu diesem Gebiet gehört auch Kafarnaum am See Gennesaret, einem etwa 20 km langen und bis zu 12 km breiten fischreichen See, auch „Galiläisches Meer“ genannt. Nach der Verhaftung des Täufers Johannes kam Jesus hierher, um hier zu wohnen. Wenn es im Bibeltext heißt, dass Jesus sich nach Galiäa zurückzog, bedeutet das aber keine Flucht oder Resignation. Das sieht man schon daran, dass dieses Gebiet ebenfalls zum Ein-
flussbereich des Herodes gehörte und Kafarnaum eine römische Garnisonsstadt war. Sich zurückziehen – das hieß für Jesus, sich nicht an verhärteten Strukturen und Besserwissern aufzureiben. Er begann sein öffentliches Wirken dort, wo Kopf und Herz noch offen waren, wo man nicht alles sofort in Schubladen und Denk-
schablonen einordnete.

Und genau dort brachte Jesus Licht ins Dunkel, damit den suchenden Menschen dort ein Licht aufging, damit sie nicht mehr im Dunkeln tappen mussten. Dabei griff er die Botschaft des Johannes auf: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“
Dabei heißt „Umkehr“ natürlich nicht, auf dem Absatz kehrt zu machen und den selben Weg zurückzugehen. Im Originaltext heißt es genauer: „Ändert euren Sinn!“ – Umkehren bedeutet also: radikal anders denken, nicht alles mit meiner Brille betrachten, sondern von Gott her zu denken versuchen, an seinen Heilsplan für unsere Welt glauben.

Umkehr ist dann immer etwas ganz Praktisches. Wer das Rauchen aufgeben will, der darf auch nicht bloß daran denken, er muss es auch tun. Umkehr, den Sinn ändern, das ist eine völlig neue Laufrichtung, ein neuer Weg, und zwar nicht halbherzig, sondern ganzherzig, mit meinem Herzblut. Dabei machte Jesus klar, dass Umkehr kein Selbstzweck ist. Es geht um den Grund der Umkehr: „Denn das Himmelreich ist nahe.“
Umkehren macht nur Sinn, wenn ich auch weiß, wohin ich umkehren soll. Umkehren, die Richtung des Lebens ändern, ist also kein Sprung ins Nichts, sondern in die liebende Gegenwart Gottes!

Jesus suchte sich für die Verkündigung der Frohen Botschaft sofort Helfer und Begleiter. Die ersten, die ihm dabei über den Weg liefen, waren Petrus und sein Bruder Andreas. Sie waren keine Schriftgelehrten, keine Lehrer, keine Priester, sondern einfache Fischer. Und die sind keine Schwärmer, keine Theoretiker und wort-
gewandten Redner, sie sind sehr bodenständig, mit der Natur verbunden, praktisch veranlagt und handfeste Burschen. Fischer können fest zupacken, aber sie wissen auch aus leidvoller Berufserfahrung, dass Anstrengungen nicht immer von Erfolg gekrönt werden. Keiner kann ihnen so schnell etwas vormachen!

Die beiden Brüder waren gerade mitten in der Arbeit. Offenbar standen sie im seichten Wasser am Ufer, um dort ein Netz auszuwerfen. Jesus rief sie: „Kommt her, folgt mir nach!“ Auch das klingt im Originaltext präziser: „Auf! Kommt hinter mich!“ Hier hört man noch eher die unglaubliche Wirkung Jesu heraus, seine Ausstrahlung, die Macht seiner Worte. Was ist das für einer, wenn solche gestandenen Mannsbilder alles stehen und liegen lassen, um sich hinter ihm aufzustellen, um ihm auf Schritt und Tritt zu folgen?

Jesus gab in seiner kurzen Stellenbeschreibung für die ersten Jünger auch gleich an, was er mit ihnen vorhatte: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Also nicht die Einsatzpläne und Ideen der Jünger waren gefragt. Jesus sagte: „Ich werde…“ - Es war also alleinige Sache Jesu, sie auf ihren neuen Job vorzubereiten, sie brauchten sich deswegen nicht den Kopf zu zerbrechen. Er sorgte schon dafür, was zu tun war.

Das ist auch für uns gut zu wissen, mit all den vielen Plänen und Sorgen, auch in den pastoralen Planungen in Bistümern und Gemeinden. Auch wir sind aufgerufen, uns ganz hinter Jesus zu stellen, ihm in seinen Fußstapfen vertrauensvoll zu folgen.

Im Bibeltext wird geschildert, wie Jesus noch ein weiteres Brüderpaar für die Jüngerschaft begeisterte. Auch sie ließen alles stehen und liegen und folgten ihm nach: „Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.“ Sie gaben alles auf, ihre wirt-
schaftliche Sicherheit, Freunde, Verwandte, Heimat, ja sogar den Vater ließen sie zurück. Da sind wir natürlich geschockt!

Der Evangelist Matthäus zeigt hier, dass Jüngerschaft Konsequenzen hat. Gottes Reich ist sogar wichtiger als der Vater. Das soll heißen: als Jünger Jesu wirst du in deinem Leben Prioriäten setzen müssen, sonst wirst du vom dauernden „vielleicht – mal sehen“ innerlich zerrissen. Du bist bei Jesus kein Aussteiger, sondern ein Einsteiger, du kommst in seine Familie, in die der Gotteskinder!
Nichts gegen Eltern, Freunde, Heimat und was sonst noch! Der Christ muss aber überlegen, was er an die erste Stelle setzt.
Bin ich vor allem Deutscher oder vor allem Christ? Bin ich zuerst Freund und Kumpel oder vor allem Christ? Da verlangt Jesus von jedem eine Grundsatz-Entscheidung.

Wirklich ärgerlich, dass Jesus dabei mitten in die Arbeit hineinplatzt! Auch wir sind immer gerade irgendwie dabei, unsere Netze auszu-
werfen, ganz Dringendes zu erledigen. Jesus lädt uns aber immer wieder ein: Überlege dir deine Prioritäten im Leben! Richte dich an mir aus, justiere deinen Lebenskompass auf mich ein!

Ohne Loslassen von Liebgewordenem wird dies kaum gelingen. Damit Gott wirklich Platz in meinem Herzen nehmen kann, muss ich erst einmal Platz schaffen. Und dabei gibt der heutige Text wie viele andere Bibelstellen auch einen guten Rat: „Sofort ließen sie ihre Netze liegen…“

Wie heißt es doch so schön: die lange Bank ist des Teufels liebstes Möbelstück! Unsere Vorfahren formulierten es auch gerne so: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Da steckt die Weisheit dahinter, dass ständiges quälendes Abwägen, Zweifeln, Brüten nicht zum Ziel führt. Du kannst nicht ewig zögern, du musst dich entscheiden, andernfalls entscheidet das Leben für dich!
So ist es in vielen Bereichen: du kannst nicht 20 Jahre verlobt bleiben, du kannst nicht jahrelang überlegen, welchen Beruf du ergreifst…
Jesus rief den Fischern zu und auch uns heute: „Auf! Kommt hinter mich!“ Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um das Himmelreich! Also machen wir es wie die Dunkelmänner – nichts wie hinter Jesus her!

................................................................................................................

HUMOR:

PHONETIK
Der Lehrer bittet die Kinder, einen Satz mit Norwegen zu bilden. Meldet sich Josef zu Wort: "Ich weiß einen Satz, Herr Lehrer. Gestern hat meine Mama zu meiner Tante gesagt: 'Du hast deinen Mann doch nor wegen des Geldes geheiratet.'"

BAUERNSCHLAUHEIT
Der am 16. Juni heilig gesprochene P.Pio war kein mißmutiger Heiliger. Er liebte Scherze und erzählte gerne folgenden Witz: Ein Bauer sitzt im selben Abteil zusammen mit einem Priester. Als der Zug besonders schnell fährt, macht der Bauer ein etwas furchtsames Gesicht. Das nützt der Pfarrer aus und sagt: "Ja, mein Lieber, ist schon recht, dass Sie sich fürchten, denn jetzt geht es direkt in die Hölle".
Die Angst des Bauern aber verwandelt sich zum Erstaunen des Pfarrers in Freude und er erwidert: "Wie gut, dass ich eine Rückfahrkarte habe!"

EIN MANAGER
Die Schüler schreiben eine Schularbeit mit dem Thema: "So stelle ich mir die Arbeit eines Managers vor." Alle schreiben fleißig. Lukas aber sitzt nur lässig da. "Warum schreibst du nichts?", fragt der Lehrer. Lukas darauf: "Meine Sekretärin ist noch nicht da!"

....................................................................................................................................



LINKTIPPS DER WOCHE:

http://www.treffpunktjesus.de/Noll.htm
Hier finden Sie die Bilder von Claudia Noll

http://www.katechese.at/kat_frameset.html
Umfangreiche Seite über Katechese

http://www.rpp-katholisch.de/Home/tabid/36/ctl/Details/mid/486/ItemID/538/Default.aspx
Medienausstellung vor der Erstkommunion

http://www.tagesschau.de/schlusslicht/meldung96494.html
Welche Pizza mögen Sie eigentlich am liebsten…?

http://www.kirche-in-not.de/01_aktuelles/treffpunkt_weltkirche_2008_mitwirkende.php
Treffpunkt Weltkirche 11.-13.4.2008

18.01.2008

Dürfen Christen Karneval feiern?

Was ich über "Christen und Karneval" denke, lesen Sie bitte direkt unterhalb der Predigtgedanken zum 2.Sonntag im Jahreskreis!
In meinem zweiten Blog "CHRIST-AWARD" (immer am Monats-
anfang neu) im Januar: Philipp Scharpf, 17-jähriger Lebensretter. Außerdem: Die Website der "Leisner-Jugend"...

16.01.2008

2.Sonntag im Jahreskreis A - 20.01.2008

Jesaja 49,3.5-6
1 Kor 1,1-3
Joh 1,29-34

Evangelium:
Joh 1,29-34

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war.

Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, daß der Geist vom Himmel herabkam wie eineTaube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:

ZEUGNISTAG

In diesen Tagen ist es wieder so weit: Halbjahres-Zeugnisse für Millionen von Schülern, und damit verbunden Aufregungen, Freude, Enttäuschungen, aber vielleicht auch neue Chancen z.B. für weiterführende Schulen. Der Zeugnistag ist schon ein wichtiger Tag im Leben, und manch einer von uns denkt heute noch mit gemischten Gefühlen daran zurück, wie er für Leistungen und Verhalten von den Lehrkräften beurteilt wurde.

Im heutigen Evangelium ist auch Zeugnistag. Hier gibt jemand ein Zeugnis ab, eine Beurteilung. Es ist Johannes der Täufer, der im heutigen Text bezeugt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Johannes bekennt, was er erlebt hat, als Jesus auf ihn zukam, um sich von ihm taufen zu lassen. Die Taufe Jesu war Thema des vorigen Sonntags. Heute steht das Bekenntnis des Johannes ganz im Mittelpunkt.
Wenn er zweimal betont „Auch ich kannte ihn nicht“, meint er damit natürlich nicht, dass er seinen Cousin Jesus noch nie gesehen hat. Bei Familienfeiern dürften sie sich schon einige Male getroffen haben. Aber nun sieht er ihn mit ganz anderen Augen; ihm sind die Augen aufgegangen über die wahre Bedeutung dieser Person.

Wie das kam, berichtet uns Johannes auch: Er sah den „Geist vom Himmel “ auf Jesus herabkommen „wie eine Taube“, die eine Zeitlang „auf ihm blieb“. Die Taube war nicht nur bei Noah das Tier, das den Bewohnern der Arche endlich Land meldete, sie galt im Orient auch immer als Zeichen für zwei Liebende, die sich einander herzlich zugetan waren.

Dann bekommt Johannes zu hören, was Gott dazu zu sagen hat: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.“ Und Johannes fügt ganz knapp und unmissverständlich hinzu: „Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“

Johannes redet nicht um den heißen Brei herum. Er, der Buß-
prediger, für mächtige und sicher lange Predigten bekannt, wird ganz präzise und knapp: „Ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“
Wir spüren förmlich den tiefen Ernst dieser Worte. Johannes ist hier ganz und gar Zeuge, ganz eindringlich. Es ist, als wollte er uns wachrütteln und jedem von uns zurufen: „Hör doch zu! Er ist es – basta! Dafür lege ich wirklich meine Hand ins Feuer!“ - Und nicht nur das: für dieses Zeugnis ist er später sogar in den Tod gegangen, wie viele Märtyrer früher und auch heute, denken wir z.B. an Pater Maximilian Kolbe und an verfolgte Christen weltweit.

Johannes sagt aber nicht nur, dass Jesus der Sohn Gottes ist.
Ganz am Anfang beschreibt er auch dessen Aufgabe, indem er ausruft: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg-
nimmt!“

Das kommt uns sehr bekannt vor, denn wir sprechen vor der Kommunion beim Agnus Dei : „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser…gib uns deinen Frieden.“ In jeder Heiligen Messe bekennen wir also, was Johannes damals schon bekannt hat: Jesus ist das Lamm Gottes!

Das Stichwort „Lamm“ ist für uns heute sehr erklärungsbedürftig, denn zu schnell denken wir an „dummes Schaf“ oder „lammfromm“ im Sinne von: der ist einfach dumm, er lässt er sich alles gefallen und wird unfreiwillig zum Spielball der Interessen anderer. - Für die Zuhörer des Johannes jedoch verband sich mit dem Wort „Lamm“ sofort eine klare Vorstellung: Als die Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens flohen, rettete das Blut von Lämmern als Zeichen an den Türpfosten sie vor dem Engel des Gerichtes (Exodus 12,23).

Traditionell legte der Hohepriester der Juden am Versöhnungstag, wenn er das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, als Zeichenhandlung die Sündenlast des ganzen Volkes durch Handauflegung auf ein männliches Lamm. Ein Lamm war das Zeichen absoluter Friedfertigkeit und Unschuld – es konnte niemand bedrohen. Doch nun wurden ihm die Sünden aufgebürdet, und es wurde dann in die Wüste getrieben, wo das Tier verendete, und mit ihm vermeintlich die Sünden der Menschen. Im Tempel von Jerusalem wurden so viele Opfertiere getötet, dass in diesem Bereich die Priester zuweilen bis zu den Fußknöcheln in den Strömen aus Blut standen.

Wenn nun Jesus „Lamm Gottes“ genannt wird, heißt dies nicht, dass da ein grausamer Gottvater nur durch das Blut seines Sohnes besänftigt werden kann. Jesus erzählte oft genug von der Barmherzigkeit des Vaters, den er liebevoll „abba“, also Papa, nannte. „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“, betonte Jesus
(z.B. Mt 9,13). Es geht hier vielmehr um die für uns einfach unfassbar große Liebe Gottes, die sanft und wehrlos wird in der Sorge um seine geliebten Menschenkinder. Nicht durch Vernichtung, sondern durch das unbegreifliche Opfer der Liebe wird das Böse der Welt besiegt.

Jesus macht sich zum Lamm, zum Knecht, der unsere Schuld freiwillig übernimmt. Er tut das, was wir nicht schaffen, er trägt unseren Sünden-
müll weg, er entgiftet die Welt.
Im heutigen Evangelium heißt es:
„das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“
So wundert es auch nicht, dass Jesus genau zu der Zeit am Kreuz stirbt, als im Tempel die Paschalämmer geschlachtet wurden - er selbst ist
das wirkliche Lamm Gottes, das tut, was wir nicht können. Er nimmt
der Sünde ihre verheerende Macht, indem er sie mit vollkommener und purer Liebe besiegt.

Nun ist es freilich in der Praxis mit unserer Nachfolge und unserem Zeugnis nicht so weit her. Immer wieder machen wir die traurige Erfahrung, dass wir zwar Erlöste sind, aber nicht so leben wie solche. Auch die Kirche ist eine Kirche der Sünder, und dafür gibt es bedauerlicherweise so viele schlechte Beispiele von Amtsträgern und einfachen Kirchenmitgliedern, das unser Zeugnis in der Welt dadurch verdunkelt wird. Wir werden eben nicht an dem gemessen, was wir glauben oder sagen, sondern an dem, was wir tun oder nicht tun. In der kommenden Fastenzeit wird Gelegenheit sein, darüber noch tiefer nachzudenken.

Was aber auch nicht übersehen werden darf: Jesus ist nicht nur für die Menschen damals gestorben, sondern auch für jeden von uns heute.
Wir sind alle in Gottes Hand nicht wegen unserer Verdienste oder gar Heiligkeit, sondern weil wir durch seine Liebe und Gnade erwählt sind.
Egal was geschieht und was wir in unserer Schwäche tun:
durch die Rettungstat Jesu können wir nie tiefer fallen als bis in die Hand Gottes. Und da sind wir gut aufgehoben.
Das ist die Frohe Botschaft. Wir haben sie heute durch das Bekenntnis des Johannes gehört. Können und wollen auch wir als Getaufte Zeugen sein von unserem Glauben? Unser Zeugnistag kommt – z.B. wenn wir Stellung beziehen müssen, wenn wir gefragt werden!

----------------------------------------------------------------------------------


HUMOR:

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Das Ehepaar aus Sachsen steht vor der Kasse bei ALDI in einer Schlange. Er zu ihr: "Vierzch Johre hobn mer inne Schlonge gestonden; nu gehöre mer zum guldnen Westen un müssen wiedr inne Schlange stehn." Dreht sich der Türke weiter vorne in der Schlange um und sagt:
"Wir Euch nix haben gerufen!"

Im Krankenhaus: ,,Herr Doktor, Herr Doktor! Der Simulant von Zimmer 802 ist eben verstorben !! - Der Arzt ist sauer: „Na, - jetzt übertreibt er aber !!“

Englisch für Anfänger:
Give not so on! - Gib nicht so an!
Me goes a light open!
- Mir geht ein Licht auf!
the picture-umbrella - der Bildschirm
train-birds - Zugvögel
the pub-part - der Lokalteil (der Zeitung)

Kirchenkonzert:
Zwei alte Damen haben in der Kirche Platz genommen. Die erste flüstert: "Also ich finde, die Akustik ist hier äußerst schlecht."
Die zweite prüft die Lage einen Augenblick und flüstert dann zurück: "Ja, jetzt wo du's sagst, riech' ich's auch."

ERKLÄRUNG
Harry sagt zu seiner Frau: „Hör mal, das ist interessant, Schatz.
Ich habe gerade gelesen, dass einer Studie zufolge Männer durchschnittlich 15.000 Wörter am Tag benutzen - Frauen dagegen fast 30.000. Das dürfte ja wohl endgültig beweisen, dass Frauen mehr reden als Männer.“ – „Überhaupt nicht“, findet seine Frau:
„Das beweist nur, dass wir immer alles zweimal sagen müssen, damit ihr es kapiert!"

…………………………………………………………………………………………………

LINKTIPPS DER WOCHE:

http://www.kummernetz.de/links.html
Jede Menge Links zu Internetseelsorge, Beratungsstellen, …

http://www.maximilian-kolbe-werk.de/
Maximilian-Kolbe-Werk - von dort nachfolgendes Zitat:

„Der 1894 geborene polnische Franziskaner-Minorit Maximilian Kolbe war Begründer der franziskanischen Klosterstadt Niepokalanów und errichtete das größte katholische Pressezentrum Polens. Im Februar 1941 wurde Kolbe verhaftet und nach Auschwitz gebracht.
Als Strafe für die Flucht eines Häftlings wurden dort Ende Juli 1941 zehn KZ-Insassen willkürlich ausgesucht und zu einem qualvollen Tod verurteilt. Maximilian Kolbe bot seinen eigenen Tod gegen das Leben des Familienvaters Franciszek Gajowniczek an. Nach zwei Wochen im Hungerbunker wurde der noch lebende Häftling 16670 am 14. August 1941 durch eine Phenolspritze getötet und im Krematorium von Auschwitz verbrannt. Während seiner Inhaftierung wurde P. Kolbe trotz unmenschlicher Behandlung nicht müde, seine Mitgefangenen zu trösten und ihnen Liebe zu predigen. Als "Märtyrer der Liebe" wurde er 1982 heilig gesprochen.“ (Presse-Information des M.-Kolbe-Werkes)


http://www.qualvolle-einschlaeferung.de/
Unter „Download“ hier erschütternde Videos vom rituellen Schächten. DRINGENDE WARNUNG: ab 18 / Nichts für schwache Nerven !!!
(Habe lange mit mir gerungen, aber wer das sieht, kann erahnen,was sich im Tempel damals massenhaft abgespielt hat…)

http://www.langelieder.de/lit-suche.html
Viele Linktipps für die Büchersuche im Internet, auch Antiquarisches

http://www.alles-und-umsonst.de/
Verschenken macht Spaß – das wird hier zumindest behauptet…

13.01.2008

Christen und Karneval

Jetzt ist sie wieder da, die Saison zum Lustigsein. Es muss gelacht werden. Käme ein Beobachter von einem anderen Stern, würde er sich wohl wundern. Auf einmal, als wenn ein Schalter plötzlich auf „on“ gestellt worden wäre, wird gefeiert in Kleidern, mit denen man sich sonst nicht auf die Straße trauen würde, es wird geschunkelt mit Leuten, die man sonst nicht mal grüßen würde, und manch einer möchte an die Einzelheiten einer durchzechten Nacht nur ungern erinnert werden…

Der Karneval spaltet die Nation in Karnevalsflüchtlinge und mehr oder weniger aktive Karnevalsjecken. Wie der Kölner schon so sinnig bemerkt: „Jeder Jeck is anners!“

Natürlich gehört zu einem ordnungsgemäßen Karneval auch eine gehörige Portion Disziplin bei den karnevalistischen Eminenzen und den Managern des verordneten Frohsinns: Fernsehsitzungen werden minutiös geplant, die Karnevalsgesellschaften streiten um Auftrittszeiten, und alles ist satzungsgemäß und penibel geregelt; dafür gibt es den „Bund Deutscher Karneval“ mit Ausschüssen, Formularen, Abrechnungen für’s Finanzamt… - wäre doch gelacht, wenn wir Deutschen den Karneval nicht in den Griff bekämen…

Auch die Christen sind beim Karneval in verschiedene Konfessionen gespalten, wobei die Fundamentalisten die Frage stellen, ob ein Christ überhaupt lachen darf, wo doch keine Bibelstelle wörtlich davon erzählt, dass Jesus gelacht hat.
Die Fraktion der gemäßigten Karnevalisten, der ich mich auch zugehörig fühle, weiß auch ohne exaktes Bibelzitat, dass Jesus sehr wohl gelacht hat. Ich jedenfalls kann mir ein Ereignis wie z.B. die Hochzeit zu Kana, wo ja offensichtlich der Wein in solchen Strömen geflossen ist, dass Jesu logistische Nachhilfe erforderlich wurde, nicht als Beerdigungskaffee vorstellen (und selbst da werden oft lustige Histörchen erzählt).

Schließlich gibt es unübersehbar noch die Fraktion der christlichen Profi-Karnevalisten, die sich teils durch gekonnte Auftritte als Pfarrer oder Diakon im Saisonal-Humor wacker schlagen, und daneben natürlich die leidgeprüften Pfarrer, die einer alljährlichen Pflicht folgend, am Karnevalssonntag ein paar Sätze verpredigen, die sie für Reime halten.

Wie ist das also nun mit dem christlichen Humor? Es gibt tatsächlich schon in der Bibel deutliche Hinweise auch auf die medizinische Wirkung des Humors: „Ein fröhliches Herz tut dem Leib wohl, ein bedrücktes Gemüt lässt die Glieder verdorren.“ (Sprüche 17,22)

Heilige wie Philipp Neri fallen uns ein, den man den „Spaßvogel Gottes“ oder den „Mystiker im Narrenkleid“ nannte wegen seines unerschütterlichen Humors. Eine ganze Reihe anderer bekannter Christen wären zu nennen, hier begnüge ich mich mit dem unvergessenen Papst Johannes XXIII., der als sehr schlagfertig galt. Als er von einem Reporter gefragt wurde, wie viele Menschen denn in etwa im Vatikan arbeiteten, antwortete er: „Ungefähr die Hälfte…!“

Wir Christen wissen, dass Freude mehr ist als zeitweiliges Fröhlichsein. Freude und Humor sitzen bei uns tiefer, im Herzen. Christliche Freude umfasst auch die Gelassenheit in Bezug auf die Dinge dieser Welt, weil wir uns in Gottes Händen geborgen wissen. Wir haben als Erlöste allen Grund zum Lachen und zur großen Freude, von der in der Bibel immer wieder die Rede ist. Freilich könnten wir ab und zu ruhig etwas erlöster aussehen... Und wenn man nichts zum Lachen finden sollte, kann man ja immer noch über sich selbst lachen – da gibt’s bestimmt genug Anlass dafür…

Es gibt den „Heidenlärm“, den „Heidenspaß“ und die „Heidenangst“. All dies haben Menschen, die auf Gott vertrauen, nicht nötig. Das Ventil des Karnevals, um einmal auf die Pauke zu hauen, ist aber auch in der Kirche fest im liturgischen Jahreslauf eingebaut. In der mittelalterlichen Kirche gab es besonders in vielen Klöstern Karnevalstreiben. Der Begriff „Karneval“ wird gerne mit „Fleisch lebe wohl“ übersetzt, also ein abschließendes Feiern vor der anstrengenden kargen Fastenzeit. Der Zeit des Fleisches folgt dann die Besinnung, die Buße, die Zeit des Geistes. So kann man den eigentlichen Sinn der Fastnacht eigentlich nur von der Fastenzeit her erschließen. Doch davon will so mancher Karnevalist lieber nichts wissen…

HUMOR:

Eine junge Frau beichtet, dass sie unter ihrer Eitelkeit leide. Oft genug betrachte sie sich im Spiegel, weil sie sich so schön finden würde. Der Pfarrer: "Das ist keine Sünde, sondern nur ein Irrtum!"

Wie heißt der Teufel mit Vornamen? Pfui !

Wer hatte den größten Hintern? Die Römer, denn sie lagen zu beiden Seiten des Rheins.

Wußten Sie schon, dass alle Chirurgen Aufschneider sind?


LINKTIPPS KARNEVAL:

http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=62863
Karnevals-Informationen Bistum Münster

http://www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/fastnacht_1.html
Wie die Karnevals-Session berechnet wird usw.

http://www.karnevaldeutschland.de/Hauptframeset.htm
Bund Deutscher Karneval: Satzungen, Ausschüsse, Formulare...

http://www.ursulahomann.de/DasChristentumUndDerHumor/komplett.html
Das Christentum und der Humor...

http://www.dioezese-linz.at/pastoralamt/liturgie/regelungen_7.asp
Bei der Hl.Messe ist "Verkleidung" ohnehin angesagt...


11.01.2008

Predigten gratis abonnieren




08.01.2008

13.Januar: Taufe des Herrn



Jesaja 42,5a.1-4.6-7
Apg 10,34-38
Mt 3,13-17

Evangelium: Mt 3,13-17

In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zu-
lassen und sagte zu ihm: Ich müßte von dir getauft werden, und du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Laß es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:

Gute Besserung!

Im heutigen Evangelium haben wir es nicht mehr mit dem weih-
nachtlichen Kind in der Krippe zu tun. Der erwachsene Jesus steht nun am Anfang seines öffentlichen Wirkens. Wer aber meint,
Jesus beginne sein Werk als Messias publikumswirksam mit einer begeisternden Predigt oder mit einem seiner zahlreichen Wunder, der irrt. Jesus machte sich wie Tausende anderer Juden eines Tages auf den mühevollen Fußweg, um Johannes den Täufer am Jordan ausgerechnet an der Stelle des Flusses zu treffen, an der viele Jahrhunderte vorher die Israeliten auf ihrem Weg aus der ägyptischen Gefangenschaft ins Gelobte Land eingezogen waren.

Wie alle anderen stellte Jesus sich dort in die lange Reihe und wartete geduldig, bis er dran war, um durch Eintauchen im Wasser des Jordans getauft zu werden. Jesus tanzte also wirklich nicht aus der Reihe, sondern wollte das Ritual der Taufe so mitmachen wie all diejenigen, die auf ihrem Lebensweg Buße tun und zu Gott umkehren wollten.

Nicht nur wir sind darüber erst einmal sehr verwundert. Der Bußprediger Johannes war es auch. Er war sogar regelrecht geschockt, als er Jesus plötzlich vor sich stehen sah. Im griechischen Original heißt es ausdrucksstärker als in der heutigen Einheitsübersetzung: „Aber Johannes versuchte heftig, ihn zu hindern.“ Der Täufer war völlig aus dem Konzept gebracht und versuchte Jesus mit vielen Worten von dieser Idee abzubringen. Nur zu gut wusste er, wie heilig und frei von Sünden Jesus war. Wie sollte er ihn da taufen? Das wollte er auf jeden Fall verhindern, es war einfach zu peinlich. Er hätte von Jesus getauft werden müssen, das hätte Sinn gemacht!

Die Antwort Jesu war kurz und präzise: „Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen.“
Jesus zeigte damit, dass er nur zu gut verstand, wie schwer das Johannes fallen musste. Im Grunde ging es aber gar nicht darum, dass Johannes etwas tat, sondern dass er etwas zuließ. Auf-
schlussreich ist dabei, dass Jesus von „wir“ sprach: „Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen.“ Johannes spielte also im Plan Gottes mit uns Menschen eine bestimmte Rolle, nicht nur Jesus. Jeder Mensch hat seine ganz bestimmte Aufgabe für das Reich Gottes, aber sie gelingt nur, wenn er es auch zulässt.

Indem Jesus sich in eine Reihe mit uns Sündern stellte, zeigte er: Gott ist immer ganz konkret. Er solidarisiert sich nicht mit uns durch schlaue Sprüche, sondern indem er mit den Sündern lebt und diejenigen wieder aufrichtet, die gefallen sind. Und indem Jesus sich wie alle anderen taufen ließ, bekannte er dem himmlischen Vater, dass der Sohn Gottes bereit war, den Weg der Demut und den Weg des Gehorsams zu gehen, um Gottes Sicht von Gerechtigkeit zu erfüllen. Sein Signal war unmissverständlich: ich tue das, was mein Vater im Himmel will.

Das dies seine Bestimmung war, wurde anschließend an das Gespräch zwischen Johannes und Jesus deutlich. Kein Wort verliert das heutige Evangelium über den Vorgang der Taufe selbst - das Wie ist auch überhaupt nicht wichtig, wichtig ist nur, dass Jesus sich gehorsam von Johannes taufen ließ. Jesus ließ es zu, und Johannes ließ es zu.
Über das Ergebnis dieses Zulassens sagt das Evangelium: „Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel..“ Wir sehen: mit dieser gehorsamen Taufe ist Einmaliges geschehen. Ein neues Kapitel der Geschichte Gottes mit uns Menschen begann. Der Himmel öffnete sich, um etwas mitzuteilen.
Im Text heißt es dann: „…da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.“
Heute würde man vielleicht sagen: Hier hat Gott sich „geoutet“ – die Stimme aus dem Himmel stellt klar, wer dieser demütige Jesus ist: geliebter Sohn Gottes!

Sicher wurde Jesus von dieser Offenbarung „wie vom Blitz getroffen“: mit einem Schlag war ihm in aller Eindeutigkeit sein Lebensweg als Sohn, als Diener, als Knecht Gottes bewusst.
Am Anfang seines öffentlichen Wirkens gingen ihm in der Taufe die Augen auf, was er tun musste, was seine Bestimmung war.

Und wir? Wenn ein Schiff feierlich getauft wird, dann wird es auch sei-
ner Bestimmung übergeben. Es bekommt seinen einmaligen Namen, und es bekommt seinen Auftrag, Güter oder Passagiere zu befördern. Außerdem sieht man am Namen der Reederei und an der Flagge, wessen Besitz dieses Schiff ist und zu welchem Land der Erde es gehört.

Und wir? Wissen wir auch, zu wem wir gehören? Mit unserer Taufe haben wir Gottes Stellenangebot angenommen: Ja, wir gehören zu ihm! Mit unserem Taufnamen stehen wir dafür ein.

Aber handeln wir auch danach, oder arbeiten wir doch eher im Alltag auf eigene Rechnung? (Der Fotograf neben-
stehender Bild-Montage erklärt dazu: „Das Foto steht für die Anmaßung des Menschen. Der Mensch glaubt nur noch an seine Fähigkeiten. Für Gott ist da kein Platz mehr.“)

Als Christen dürfen wir aber nicht vergessen: Wir haben einen Vertrag mit Gott geschlossen, und was noch wichtiger ist: Gott hat einen Vertrag mit uns geschlossen: Ja, du gehörst zu mir – ich lasse dich nicht fallen, ich kenne dich beim Namen, du bist für mich unverwechselbar und einmalig! - Wenn wir das vergessen, ist der Taufschein sein Papier nicht wert!

Martin Luther hatte oft mit Traurigkeit und Angst zu kämpfen, wie er in seinen Briefen zugab. Aber er verriet auch sein Rezept dagegen: Wenn ihn der Schwermut packen wollte, schrieb er mit Kreide ganz groß auf sein Schreibpult: „Ich bin getauft!“

Ich bin getauft! Das ist das Rezept zur Steigerung der Abwehrkräfte! Traurige Gedanken, immer mehr haben wollen, neidisch auf andere sein, wer weiß was unbedingt noch erledigen müssen – diese und die vielen anderen Angriffe des Bösen auf uns können eher an uns Christen abprallen, wenn wir unser geistliches Immunsystem gestärkt haben.

Wie? So wie man die Tropfen aus der Apotheke 3 x täglich nimmt, so sollten wir es uns zur Gewohnheit machen, uns an den Taufvertrag mit Gott zu erinnern. Wer sich bewusst ist, dass er in Gottes Liebe hinein getauft worden ist, der braucht keine Angst zu haben, er könnte im Leben was verpassen. Er weiß: das Beste kommt erst noch!

Doch wer meint, es genügt, sich den Taufschein in einem Ordner abzuheften, der darf sich nicht wundern. Er benimmt sich wie jemand, der die Tropfen kauft und sie dann bloß im Medizinschrank abstellt, statt sie einzunehmen. Da kann natürlich nichts heil werden. - In diesem Sinne wünsche ich uns allen gute Besserung!


HUMOR

Retter in der Not
Beim Abendessen erzählt Ralf stolz: »Heute habe ich in der Religionsstunde den Pfarrer gerettet!« - »Ach, wie hast du das denn geschafft?« erkundigt sich der Vater. »Die Mädchen hatten dem Pfarrer eine Heftzwecke auf den Stuhl gelegt«, erklärt Ralf. »Und gerade, als er sich darauf setzen wollte, habe ich ihm schnell den Stuhl weggezogen.«

Alte Geschichte
Der Kölner Tünnes klopft an die Himmelstür. Petrus öffnet und sagt: »Du kommst nicht in den Himmel, weil du auf Erden nicht zu deinem Glauben gestanden hast.« Doch Tünnes hat vorgesorgt. Hinter seinem Rücken holt er einen Hahn hervor, hält ihn Petrus unter die Nase und fragt: »Kennst du den?« - Da verzieht Petrus das Gesicht: »Nun lass die alte Geschichte. Komm schon rein!«

Volltreffer
Während eines Besuches in einer geschlossenen Anstalt fragt ein Besucher den Direktor, nach welchen Kriterien entschieden wird, ob jemand eingeliefert werden muss oder nicht. Der Direktor sagt:
"Nun, wir füllen eine Badewanne, geben dem Kandidaten einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer und bitten ihn, die Badewanne auszuleeren." - Der Besucher: "Ah, ich verstehe, und ein normaler Mensch würde den Eimer nehmen, damit es schneller geht, ja?" - Direktor: "Nein, ein normaler Mensch würde den Stöpsel ziehen... Wünschen Sie ein Zimmer mit oder ohne Balkon?"

………………………………………....................................................


LINKTIPPS

http://www.katholisch.de/109.html
Grundinformation und Linktipps zum Thema „Taufe“ bei katholisch.de

http://www.kath.de/predigt/kuhlmann/taufe.htm
Interessante Ansprache zur Taufe eines Kindes kirchenferner Eltern

http://www.mitte-sued-ka.de/mitte-sued/themen/sakramente/taufe
Informationen zur Taufe von der Seelsorge-Einheit Karlsruhe Mitte-Süd

http://www.klb-deutschland.de/Werkblaetter/verftitel.stm#_Toc99339022
Werkblätter der Kath.Landvolkbewegung, u.a. auch zur Taufe

http://www.familie-wimmer.com/index.html
Umfangreiche private Seite der Familie Wimmer: Privates, Katholisches – siehe auch obiges Krippenfoto.


02.01.2008

6.Januar - Erscheinung des Herrn

Jes 60,1-6
Eph 3,2-3a. 5-6

Mt 2,1-12

Evangelium:

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg.

Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

......................................................................................................................................................


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT

Sternstunden

Bei König Herodes schrillten gerade sämtliche Alarmglocken: seine Spione hatten ihm gemeldet, dass sich da drei gut gekleidete Herren seinem Palast in Jerusalem näherten und die Menschen nach einem neugeborenen König ausfragten.

Herodes war dafür bekannt und gefürchtet, dass er als Herrscher nicht gerade zimperlich war. Sogar vor der eigenen Familie machte er da keinen Halt: seine Frau Mariamme sowie die Söhne Alexandros und Aristobulos ließ er etwa 7 v.Chr. hinrichten, weil er Konkurrenz fürchtete.

Und um ein weiteres Beispiel zu nennen: später, kurz vor seinem Tod, ließ er die angesehensten jüdischen Männer in der Rennbahn von Jericho einschließen. Bei seinem Tod sollten sie dort ermordet werden (sie wurden allerdings befreit). Der Grund: auf diese Weise wollte er erreichen, dass die Juden bei seinem Begräbnis auch wirklich weinen würden…
Doch jetzt erst einmal „erschrak er“, wie es im heutigen Evangelium heißt. Sein politischer Instinkt warnte ihn: das konnte Ärger geben!

Da er kein Jude war, rief er Hohepriester und Schriftgelehrte eilig zusammen, um zu erfahren, was denn in den heiligen Schriften zur Geburt eines neuen Königs vermerkt war. Ihn interessierte vor allem der Geburtsort, denn er hatte da so eine Idee, um auch dieses Problem auf seine Art zu lösen…

Mit ihm „erschrak ganz Jerusalem“, heißt es. Damit ist die geistige Elite der Stadt gemeint: sie kannten ihn nur zu gut und konnten sich leicht ausmalen, dass sein Zorn nichts Gutes für das Volk bedeutete…

Herodes wollte die neugierigen Besucher unter seine Kontrolle bringen, aber unauffällig. Deshalb rief er „die Sterndeuter heimlich zu sich“ und ließ sich ihre seltsame Geschichte haarklein erzählen.

Und das war wenig beruhigend für ihn: diese vornehmen Herren, von denen wir in der Bibel weder ihre Anzahl noch ihre Namen erfahren, hatten einen weiten und beschwerlichen Weg hinter sich. Weder die Gefahr von Überfällen noch von Gefahren der Wüste hatte sie von ihrer Suchaktion abbringen können. Sie waren nicht irgendwer, sondern sehr angesehene Wissenschaftler aus dem Osten, die durch eine äußerst ungewöhnliche Sternen-Erscheinung sicher waren, dass dies nur die Geburt eines ganz mächtigen Herrschers anzeigen konnte. Damals standen Sterndeuter hoch im Kurs; viele Könige ließen sich von ihnen vor wichtigen Entscheidungen beraten. (Heute bestätigt die Forschung übrigens das auffallende Sternbild zu jener Zeit.)

Für die Sterndeuter lag es also nahe, diesen einmaligen neuen Herrscher aufzusuchen – aus wissenschaft-
lichem Interesse, versteht sich. So eine Gelegenheit gab es nur einmal im Leben! Sie folgten dem Stern – und als sie sich Jerusalem näherten, dachten sie, dass es ja wohl am logischsten ist, einen neuen König im Königspalast zu finden. Herodes klärte ihren Irrtum auf und brachte sie sogar auf die richtige Spur nach Bethlehem, mit dem konkreten Auftrag: „Geht und forscht…“ Natürlich wolle auch er nach ihrer Rückmeldung diesem Kind huldigen, behauptete er.
So fanden die Sterndeuter durch die Hilfe des Herodes doch noch ihr Ziel. Offenbar sind auch menschliche Pläne manchmal ein Teil von Gottes Plänen, auch wenn es nicht so gedacht war.

Endlich in Bethlehem an der ärmlichen Krippe angelangt, ging den Sterndeutern offenbar mit Gottes Hilfe das Herz auf: sie wurden von großer Freude erfüllt und huldigten dem Kind. Huldigen – das heißt: sie warfen sich vor ihm nieder, sie schwangen keine großen Reden, sondern machten sich ganz klein vor ihm und verehrten ihn als Herrscher!

Ihre großzügigen Geschenke bestätigten ihre Haltung – solche Geschenke machte man einem König, und man schenkt sie Gott: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit Myrrhe wurden Heilsalben gemischt, aber sie kann auch schon Zeichen des Leids sein, denn mit ihr wurden auch Tote einbalsamiert.
Die Sterndeuter achteten jedenfalls auf ihre inneren Eingebungen und Träume, denn sie zogen wegen einer Warnung im Traum auf einem anderen Wege in ihre Heimat zurück.

Der Evangelist Matthäus zeigt uns mit dem heutigen Text, wie weltbewegend im wahrsten Sinne des Wortes die Geburt Jesu war. Sogar ungläubige Heiden setzten sich in Bewegung, um das Kind zu sehen. Sie erkannten die Zeichen der Zeit, die sicher auch andere gesehen haben. Mit ihrem astronomischen Wissen war ihnen aber sofort klar, dass es sich hier wirklich um eine Sternstunde der Menschheit handeln musste, die es nur einmal geben würde. An ihnen sehen wir auch, dass Jesus für die ganze Menschheit geboren wurde.

Auch für uns heute ist faszinierend, dass sie als Heiden sehr viel Geld für edle Ge-
schenke und die kostspielige wochen-
lange Reise aufbrachten, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Diese klugen Männer ließen sich ihre Überzeugung etwas kosten. Ihr Ziel verloren sie nie aus den Augen.

Das mutige Beispiel dieser Männer kann uns als wichtige Lektion dienen: Das religiöse Wissen, wie es auch die damaligen geistlichen Führer in Jerusalem hatten, reicht nicht aus – man muss sich auch auf den Weg machen!

Am heutigen Festtag „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) werden wir von Matthäus daran erinnert, dass mit dem Erscheinen des Messias im Stall zu Bethlehem ein ganz neues Kapitel der Geschichte Gottes mit uns Menschen aufgeschlagen wurde: der ganze Kosmos hat nun eine neue Ordnung bekommen! Er zeigt aber auch, dass es von den ersten Lebenstagen an bereits Gegner Jesu gab, die ihn als Gefahr ansahen.

Nun liegt es an uns, ob auch wir uns auf den Weg machen, um Jesus zu huldigen und ihm unsere bescheidenen Gaben zu bringen, oder ob wir uns lieber nicht in unserem Alltagskram stören lassen wollen, wie damals die religiöse Elite in Jerusalem. Über sie (und uns?) sagte der hl. Augustinus, sie seien wie Wegweiser, die anderen den Weg zeigen, sich selbst aber nicht von der Stelle rühren…

„Glauben ist ein Tätigkeitswort“, hat ein Pfarrer einmal treffend bemerkt. Die Sterndeuter machen es uns vor: Die Suche nach Jesus ist für jeden von uns ein weiter Weg, Rückschläge und Umwege nicht ausgeschlossen. Von der Weisheit jener Heiden können wir lernen, dass man dabei auf Dauer nur Erfolg hat, wenn man sich auch von den Zeichen Gottes führen lässt.

Und da mag sich jeder selbst fragen:
- Lasse ich Sternstunden des Glaubens überhaupt zu?
- Kann ich mich führen lassen oder klammere ich mich an meine Sicherheiten, meine Vorurteile, mein Wissen, meine Meinung, meine…?
- Will ich überhaupt etwas riskieren und investieren in die Suche nach Jesus?

So bietet uns dieser weihnachtliche Festtag am Anfang des neuen Jahres noch einmal die Gelegenheit, uns wirklich in Bewegung zu setzen. Lasst uns zu Jesus gehen und die „große Freude“ seines Kommens miterleben!

Der heutige Festtag ist eher unter der Bezeichnung "Heilige Drei Könige" bekannt. Dazu finden Sie einen Extra-Artikel weiter unten!


LINKTIPPS DER WOCHE :

http://www.katholische-kirche.de/24.html
Gute Übersicht über viele Themen, z.B. Kirchenjahr, Sakramente, Bibel, Messe, katholisch werden -- mit vielen Linktipps dazu.

http://www.autobahnkirche.de/information.html
Die seit vielen Jahren gute Info-Seite für „Einsteiger“ in den katholischen Glauben: die „kgi“ bietet z.B. eine 24-teilige Glaubensinformation, die in Form eines Briefkurses kostenlos zugeschickt wird.

http://members.surfeu.at/veitschegger/index.htm
Umfangreiche Seite von Karl Veitschegger, Mitarbeiter der Diözese Graz-Seckau. Besonders interessant: „Meine Artikel, Referate, Skizzen“ – sehr vielfältig!


HUMOR :

Das fromme Pferd
Ein Cowboy kauft von einem Pfarrer ein Pferd. Der Pfarrer erklärt ihm: »Dies ist ein besonderes Pferd! Es läuft los, wenn du ›Gott sei Dank‹ sagst, und es bleibt stehen, wenn du ›Amen‹ sagst!« Der Cowboy reitet los. Plötzlich taucht vor ihm eine tiefe Schlucht auf, in der gefährliche Krokodile lauern. Aber er hat vergessen, wie man das Pferd anhält. Da betet er in seiner Not ein Vaterunser. Als er »AMEN« sagt, hält das Pferd unmittelbar vor dem Abgrund an. Da ruft der Cowboy erleichtert: »GOTT SEI DANK!«

Gottesbeweis
Appell auf dem Kasernenhof. Offizier zum Rekruten, den er auf dem Kieker hat: »Schlapp was? Wohl wieder in der Kirche gewesen?« »Jawoll«, sagt der Soldat. Darauf der Offizier zur Truppe: » Sehn'se die Kaserne?« Rekruten: »Ja!« »Sehn'se mich?« - »Ja!« - »Sehn'se Gott?« - »Nein!« Der Offizier: »Dann gibt's auch keinen.
Da springt der Rekrut vor und fragt: »Seht Ihr unsern Chef?« - »Ja!«, brüllt die Truppe. »Seht Ihr seine Hände?« - »Ja!« - »Seht Ihr sein Hirn?« - »Nein!« Der Rekrut: »Dann hat er auch keins!«

Plakat
Ein Pfarrer hatte folgendes Plakat an seine Kirchentür gehängt, um laue Männer als Kirchgänger zu ermuntern: »Beim ersten Mal hat Ihre Mutter Sie hierher gebracht, später Ihre zukünftige Frau. Eines Tages werden Ihre Freunde Sie trauernd hierher geleiten. Versuchen Sie doch auch mal, von alleine zu kommen!«

Gute Erziehung
Vater und Sohn gehen spazieren. Plötzlich schreit der Kleine: »Iiiih! Papa, ich glaube, ich bin in ein hässliches Wort getreten!«