29.06.2009

Urlaub mit Jesus: Linktipps für Reisen und Unterkünfte

Zur Ruhe kommen – abschalten –

Entspannen, neue Kraft schöpfen…

Nicht nur für Seelsorger, sondern für uns alle in der heutigen Zeit ist das besonders wichtig. - In dieser Ausgabe habe ich daher einige Linktipps zu den Themenbereichen Urlaub / Christliche Reiseveranstalter / Pilgerreisen / Gruppenunterkünfte usw. zusammengestellt, die mir aufgefallen sind. Vielleicht ist für nächstes Jahr für die frühzeitige Planung schon was für Sie dabei? - Die Auswahl ist natürlich subjektiv und ergänzungsbedürftig. Deshalb freue ich mich auch über entsprechende Hinweise von Ihnen!

Das wissen wir bereits vom Auto: Wenn die Batterie sich total entladen hat, geht nichts mehr. Der Motor lässt sich nicht mehr starten, man kommt nicht mehr voran. Ohne fremde Hilfe ist man verloren.

Christen tragen Verantwortung dafür, dass sie vernünftig mit ihrer Gesundheit umgehen. Schließlich werden wir alle noch gebraucht.

Selbst Jesus hat es sich nicht nehmen lassen, Zeiten der Entspannung, des

Rückzugs, des Gebetes zu haben. Oft begab er sich dafür an einen einsamen Ort.

Er hat also nicht 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr geheilt und gepredigt. Aus der Bibel wissen wir, wie gerne er Feste gefeiert hat, wie gerne er sich zum Essen einladen ließ, sogar von Sündern wie dem Zöllner Zachäus. Das brachte ihm den Vorwurf der Pharisäer ein (Matthäus 11,19), er sei „ein Fresser und Säufer“.


Auszeiten, um aufzutanken – das wünsche auch ich Ihnen.

Allerdings sollte man darauf achten,

welche Sorte man tankt, damit der Motor nicht plötzlich seinen Dienst versagt.
Doch auch für das gute Miteinander der pfarrlichen Gruppen sind solche gemeinsame Zeiten wichtig. Daher gibt’s hier auch diverse Verzeichnisse für Gruppenunterkünfte.


Hier geht's zu den einzelnen Linktipps

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17.06.2009

14. Sonntag im Jahreskreis B - 5.7.2009


Ez 1,28c-2,5
2 Kor 12,7-10
Predigt zum Evangelium:
Mk 6,1b-6

Evangelium Mk 6,1 b-6

In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon?

Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.


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Der da in Nazareth


Haben Sie schon gehört, dass Rebekka gestern ganz böse umgeknickt ist und nun mit kühlendem Verband im Bett liegen muss? Wissen Sie schon, dass der alte Daniel vom Baugerüst gefallen ist? Stellen Sie sich vor: Da hat mir eben der Kleine vom Ephraim nebenan doch tatsächlich die Zunge raus-

gestreckt – einfach unerhört ist sowas! Aber man weiß ja, dass seine Eltern sich sowieso viel zu wenig um seine Erziehung kümmern…


So ist das auf dem Dorf. Da kriegt jeder genau mit, was bei den Nach-

barn so alles passiert. Die Dorfbewohner sind einem bestens bekannt, und oft genug gibt es sogar von ihren Vor-

fahren noch allerlei

Geschichten zu erzählen. - So ist das auf dem Dorf, und so ist das auch in Nazareth zur Zeit Jesu. Fachleute schätzen die damalige Einwohnerzahl aufgrund von archäologischen Funden auf etwa 300 – 500 Personen, mehr nicht.

Jeder kannte jeden, und viele waren miteinander verwandt. Manche Wohnungen bestanden nur aus Felshöhlen, die nach vorne durch einen Vorbau aus Lehm ausgebaut worden sind. Der Ort lag in einer fruchtbaren Talmulde, umgeben von Bergen, 30 km von der Südspitze des Sees Genezareth entfernt.

Heute würde man sagen: Nazareth lag ziemlich weit weg vom Schuss, eben ein unbedeutendes, verschlafenes Provinznest. Daher wurde Jesus damals von einigen auch als „der Naza-

rener“ verspottet.


Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass Jesus seinen Heimatort aufsucht und am Sabbat in der Synagoge lehrt.

Er ist jetzt ein weithin bekannter Rabbi. Seine Jünger sind bei diesem Heimatbesuch mit dabei, was unterstreicht, dass er nicht zu seinem Privatvergnügen

hier ist, sondern wie überall als Verkünder des Gottesreiches -

und um zur Umkehr aufzu-

rufen.

Wir brauchen nicht viel Phantasie, um uns vorzustellen, was da in Nazareth los war. Das lässt man sich natürlich nicht ent-

gehen. Der berühmte Sohn des Ortes ist heute da. Besonders die Älteren erinnern sich an viele Begebenheiten aus seinem Leben in Nazareth.


Als Kind hat er sich genauso dreckig gemacht wie alle anderen, mit denen er gespielt hat. Daheim hat er so selbstverständlich mit angepackt wie die anderen Kinder auch. Bei Josef ist er in die Lehre gegangen und hat das Handwerk des Zimmermanns und Bauarbeiters jahrelang ausgeübt. Wie andere Männer aus dem Dorf hat er in der Umgebung auf vielen Baustellen gearbeitet und weiß daher, was es heißt, in der Hitze des Tages sein Brot
verdienen zu müssen. - Kurzum: den Menschen damals in Nazareth ist eines klar - diesen Jesus kennen wir natürlich.

Er ist einer von uns. Wir wissen Bescheid um ihn.

Doch die Dorfbewohner haben auch miterlebt, dass er schon als Kind auch irgendwie anders war. Das war z.B. schon ein starkes Stück, als er als Zwölfjähriger bei seiner ersten Teil-

nahme an der großen Wallfahrt nach Jerusalem einfach mir nichts dir nichts im Tempel blieb, statt in der Gruppe der Jugendlichen wieder mit heimzukehren.

Die Leute in Nazareth wissen: Er war schon ein ungewöhnlich kluger Kopf, wenn man bedenkt, wie er fast noch als Kind mit den Experten im Tempel diskutiert hat.


Als er dann aber das Dorf und seine Verwandten verließ, um als Wanderprediger umherzuziehen, war das schon ein Schock. Am liebsten hätten ihn seine Verwandten bei seinem lebens-

gefährlichen Tun gestoppt...


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16.06.2009

12. Sonntag im Jahreskreis B - 21.06.2009

Ijob 38,1.8-11
2 Kor 5,14-17
Predigt zum Evangelium:
Mk 4,35-41




Evangelium Mk 4,35-41

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.

Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot,

in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so daß es sich mit Wasser zu füllen begann.

Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.

Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir zugrunde gehen?

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht,

und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar der Wind und der See gehorchen?


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Glaube in Seenot


Die faszinierenden Niagara-Wasserfälle liegen genau an der Grenze zwischen Kanada und den USA. In einem riesigen Halbkreis von etwa 400 Metern stürzt das Wasser dort donnernd 58 Meter in die Tiefe. Nicht erst seit heute ist dieses

gewaltige Natur-

schauspiel eine große Touristen-Attraktion. Als aber im Jahre 1859 der französische Hochseil-Artist Jean Francoise Gravelet (genannt: „Der große Blondin“) im Urlaub dorthin kommt, lassen ihn die Niagara-Fälle nicht mehr los:

Er lässt ein Drahtseil über die ungeheure Distanz spannen und balanciert nun von Kanada nach USA oder umgekehrt. Für die lebensgefährliche Strecke in schwindelnder Höhe benötigt er immerhin volle 20 Minuten – und absolute Konzentration.

Im Laufe der Monate baut er noch allerlei Kunststückchen in seine ohnehin sehr waghalsige Vorführung ein: er geht auf Stelzen, bereitet sich auf halber Strecke ein Omelett zu usw.

Schließlich fragt er auch immer wieder die Zuschauer, ob sie ihm zutrauen, einen Menschen in einer Schubkarre hinüber zu transportieren. Die Menge klatscht zwar stets begeistert, aber niemand erklärt sich jemals bereit, in die Schubkarre einzu-

steigen. Alle vertrauen ihm, behaupten sie, aber niemand will für sich selbst das Risiko eingehen.

Mit gutem Grund, denn als der Artist schließlich eines Tages seinen Manager dazu verdonnert, den Fahrgast in der Schubkarre zu spielen, reißt unglücklicherweise ein Halteseil, und nur mit allerletzter Kraft gelingt es dem Artisten vor den Augen des entsetzten Publikums, sie beide doch noch ans Ziel am anderen Ufer zu bringen.


Wenn Menschen Angst haben und nicht zu vertrauens-

selig sind, hat das aus der Entwicklungs-

geschichte der Menschheit heraus auch gute Gründe. Wie das Sprichwort schon sagt: Übermut tut selten gut! Die Angst sorgt dafür, dass wir nicht zuviel riskieren und dadurch unser Leben auf’s Spiel setzen. Und blindes Vertrauen wurde oft genug bitter enttäuscht. Von daher ist es ein Zeichen von menschlicher Reife und Klugheit, unnötigen Risiken rechtzeitig auszu-

weichen. Das hat sich im Überlebenskampf in der Natur auch bestens bewährt.


Angst und Misstrauen können jedoch auch negative Folgen haben. Sie können so viel Macht über Menschen bekommen, dass sie Menschen krank und abhängig machen. Experten rechnen allein für Deutschland mit bis zu 6 Millionen Menschen, denen Angst einen Teil ihrer Lebens-

qualität raubt. Da ist etwa die Angst vor Spinnen oder Mäusen noch eine der harmlosesten Formen. Jeder weiß natürlich vom Verstand her, dass die in Deutschland vorkommenden Spinnenarten absolut harmlos sind, aber es gibt z.B. etliche Leute, die einen Raum nicht mehr betreten können, wenn sie wissen, dass darin eine Spinne sitzt. Meistens werden sie von ihrem zum Teil sogar anerzogenen Ekel über das Aussehen des Tieres so blockiert, dass der gesunde Menschenverstand nichts mehr ausrichten kann.


Angst kann uns also auch schaden, kann uns blockieren, kann uns leider erfolgreich darin hindern, klar zu denken und das Richtige zu tun. Im heutigen Evangelium erleben wir mit, wie so etwas sogar den Jüngern Jesu passiert.

Nach einem anstrengenden Tag sind sie auf den Vorschlag Jesu hin mit einem großen Fischerboot auf dem See Genezareth unterwegs. Es ist spät geworden, und Jesus möchte offenbar am anderen Ufer ein Quartier für die Übernachtung aufsuchen; es gibt überall im Land wohl-

wollende Leute, bei denen die Gruppe als Gast willkommen ist.

Zu vielen Menschen hat Jesus heute vom Reich Gottes gesprochen, und für viele hat er sich im Gespräch Zeit genommen. Während der Überfahrt ist daher eine gute Gelegenheit, sich etwas zurückzuziehen und auszuruhen.


Die Jünger, die meisten von ihnen ohnehin erfahrene Fischer, legen sich mit Rudern ins Zeug, um möglichst bald ans Ziel zu kommen. Mitten auf dem See erwischt sie jedoch einer der mit Recht dort von den Fischern so gefürchteten Wetterwechsel.

Wenn dann von den Bergen rings um den See Genezareth die Fallwinde hinunterstürzen, wird der ansonsten so friedliche See innerhalb weniger Minuten zu einem Ungeheuer, zu einem brodelnden Hexenkessel. Sturmgepeitschte Wellen und ständige Richtungswechsel des Windes bringen auch Profis schnell an die Grenzen ihres Könnens. Das Boot ist dann nicht mehr steuerbar, und wenn es quer zu einer heranrollenden Welle steht, kann es schnell voll Wasser laufen und kentern.


Bei den Jüngern macht sich nicht nur Rat-

losigkeit breit, sondern immer mehr auch die nackte Angst ums Überleben. Sie kämpfen mit äußerster Kraft gegen die Wellen an – und doch ist alles vergebens. Sie haben die Gewalt über ihr Boot verloren, das allmählich voll Wasser läuft. Die Lage hat sich trotz vollen Einsatzes dramatisch zugespitzt. Jesus aber sitzt immer noch hinten im Boot und ruht sich aus.


Allmählich wächst der Zorn der Jünger. Es war doch Jesu Idee, jetzt noch ans andere Ufer zu fahren. Dann soll er sich auch gefälligst kümmern, statt so zu tun, als ginge ihn das Ganze gar nichts an!

Im heutigen Evangelium heißt es dazu wörtlich: „Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir zugrunde gehen?“

Die Jünger sind also so richtig sauer auf ihren Herrn und Meister. Sie können es einfach nicht fassen: Sieht er denn nicht, dass akute Lebensgefahr für sie alle besteht? Sollen sie etwa mit Mann und Maus untergehen? ...


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http://mehrpredigtgarten.blogspot.com/2009/06/12-sonntag-b-2162009.html



10.06.2009

11. Sonntag im Jahreskreis B - 14.06.2009

Ez 17,22-24
2 Kor 5,6-10
Predigt zum Evangelium:
Mk 4,26-34


Evangelium Mk 4, 26-34

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleich-

nissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.


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Geduld bitte, aber dalli-dalli!


Zumindest die Älteren unter uns werden sich noch gut an ihn erinnern: Hans Rosenthal, von 1971 bis 1986 der quirlige Showmaster der Sendung „Dalli, Dalli“. Da ging es regelmäßig im Spiele-Wettkampf der Prominenten besonders „dalli-dalli“ zu, also besonders hektisch und schnell, um möglichst viel Geld für einen guten Zweck zu erspielen. Bei herausragenden Spieler-Leistungen, vom Publikum stürmisch beklascht, rief Hans Rosenthal stets: „Sie sind der Meinung: Das war Spitze!“ und sprang dann stets begeistert in die Luft…


Dalli-dalli ging es jedoch nicht nur in jener sehr beliebten Sendung zu, sondern dalli-dalli ist eines der Kennzeichen der heutigen Zeit. Dalli, das kann bedeuten: flink, flott, zackig, sofort, schnellstens, eilig usw.

Wir erwarten mittlerweile, dass möglichst alles dalli-dalli funktioniert: heute bestellt, morgen geliefert. Etliche Unter-

nehmen betreiben nur noch „Lagerhaltung auf der Autobahn“, das heißt: es gibt kein großes Vorratslager in den Filialen mehr. Wenn von Filialen oder Kunden etwas benötigt wird, wird eben ein Lastwagen auf die Reise geschickt. Und da dies sehr viele so machen, verstopfen die Autobahnen mehr und mehr.


Schnell soll es gehen, und natürlich möglichst effektiv. Ein Arbeitsloser über 55 findet heute kaum noch einen Job – der ist einfach zu alt, zu langsam. Der wird ausgemustert. - Wenn die Natur das zuließe, gäbe es sicher jetzt auch eine „Turbo-Schwangerschaft“, die nur 6 statt 9 Monate dauerte.

Viele Eltern erwarten ohnehin, dass ihr Nachwuchs sich als Hochleistungskind zeigt. Grundschullehrer berichten immer häufiger, dass Eltern versuchen, Druck auf sie auszuüben, damit das Kind nur ja auf’s Gymnasium kommt.


Die Natur weiß es aber besser als die gestressten Menschen von heute: Alles braucht seine Zeit bis zur Reife, bis es soweit ist! Das kann nicht nur bei Pflanzen verschieden lange sein, sondern auch bei Menschen. Früher, als das Leben noch ländlich geprägt war, wusste schon jedes Kind aus eigenem Erleben im Garten oder auf dem Feld: Von der Saat bis zur Ernte vergeht eben eine lange Zeit.

Es läuft auch nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Regelmäßig geht man nachschauen: Kommen zum Beispiel die Bohnen schon aus der Erde raus? Setzen sie schon Blüten an? - Heutige Stadtkinder erleben so etwas nur, wenn sie Glück haben, in Langzeit-Versuchen im Sachunterricht der Grundschule. Viele Kinder wissen schon nicht mehr, wo die Milch herkommt oder die Pommes, vom Miterleben etwa einer Schwangerschaft ganz zu schweigen. Sie lernen heute schon spielerisch ein bißchen Englisch im Kindergarten, aber sie werden wohl nie das Vergnügen haben, in einem Bachlauf einen Staudamm aus Steinen zu bauen. Sie werden professionell in der Schule mit Wissen vollgepackt, aber niemand hat ein wenig Zeit, um sie die faszinierende Schönheit eines Sonnenaufgangs mit dem großen Jubelkonzert der Vogelwelt erleben zu lassen.


Das wussten schon die Kinder früher: alles im Leben hat seine Zeit. Alles ist in Bewegung. Da wird geboren und da wird gestorben, und all dies geschah selbstverständlich im Schutze der Familie.

Alles hatte seine Zeit. Keine Erdbeeren im Dezember, und alles dann frisch auf dem Tisch, wenn es reif war, und nicht früher.

Die Tomaten schmeckten nicht nach schnittfesten Wasser-

behältern, sondern herrlich aromatisch und fruchtig, allerdings hierzulande nur von Juli bis Oktober. Es war ein Rhythmus, auf den man sich eingestellt hatte, so sicher wie das Amen in der Kirche.


Mitten in dieses ländliche Leben hinein führt auch das heutige Evangelium. In seinen Gleichnissen spricht Jesus immer so, dass die Alltagswelt darin erläutert wird als sehr anschauliches, einprägsames Beispiel für Jesu eigentliche Aussage-Absicht.

Heute vergleicht Jesus das Reich Gottes mit einem Senfkorn. Im Gegensatz zu unserer Heimat sind die klimatischen Bedingungen in Israel so, dass zumindest zur Zeit Jesu jeder die Senfstaude sehr gut kannte. Sie wuchs bis zu drei Meter hoch und überragte damit alle anderen Gartengewächse.

In fast jedem Garten gab es die Senfstaude sowie auch eine ganze Reihe anderer Gewürzkräuter, die man für die täglich frische Küche benötigte.


So musste auch jeder Zuhörer Jesus zustimmen, wenn er von der Winzigkeit des Senfsamens sprach. Die Senfsamen-Sorte, die dort von so vielen für ihren Haushalt privat verarbeitet wurde, hat nichts mit den größeren Senfkörnern zu tun, wie wir sie heute fast nur noch kennen. Jene Senfstaude produzierte Samenkörner, die so klein waren, dass man sie mit bloßem Auge gerade noch erkennen konnte. Da es die Sorte noch an einigen Standorten gibt, haben Biologen nachgezählt: Etwa 700 von diesen Samenkörnern ergeben gerade mal 1 Gramm an Gewicht –

ein Windstoß genügt, und die Samen sind wer weiß wo.


Dabei verfügt diese Senfstaude auch noch über eine geradezu unverschämte Wüchsigkeit. Egal ob am Feldrand, auf einer Weinbergsmauer oder eben im Garten – sie wächst wie ein Weltmeister und lässt sich dabei nicht aufhalten. Daher galt sie damals bei vielen schon fast als Unkraut, da andere Garten-gewächse von ihr verdrängt werden können, wenn man die zahlreichen kleinen Abkömmlinge nicht rechtzeitig entfernt. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb damals, der Senf wachse derart ungestüm, dass man „das Land kaum wieder davon reinigen“ könne. – So ist das: ganz winzig klein und unscheinbar hat es begonnen, und innerhalb eines Jahres ist ohne das geringste Zutun eines Menschen daraus eine Pflanze geworden, die alles überragt. Das nutzen natürlich auch die Vögel, um in den weit ausladenden Zweigen Schatten zu suchen und zu nisten...


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04.06.2009

Fronleichnam (B) - 11.06.2009

Ex 24,3-8
Hebr 9,11-15
Predigt zum Evangelium:
Mk 14,12-16.22-26





Evangelium Mk 14, 12-16.22-26

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm schlachtete, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?

Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm, bis er in ein Haus hineingeht; dann sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen, der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles für uns vor!

Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor. Als es Abend wurde, kam Jesus mit den Zwölf. Während sie nun bei Tisch waren und aßen, sagte er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern, einer von denen, die zusammen mit mir essen.

Da wurden sie traurig, und einer nach dem andern fragte ihn: Doch nicht etwa ich? Er sagte zu ihnen: Einer von euch Zwölf, der mit mir aus derselben Schüssel isst. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.

Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes. Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.


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Überdachter Wandertag


Ich bin kein Freund von vermeintlich außerirdischen Phänomenen wie etwa UFOs, die irgendwo auf einem Acker gelandet sein sollen oder auch nur als merkwürdige Lichterscheinung fotografiert wurden. -

Aber für einen ganz kleinen Moment können wir ja hier und jetzt mal zur Abwechslung so tun, als hätten wir solche kleinen grünen Männlein gerade in dieser Stunde in unserem Ort gesehen, unterwegs auf einem ihrer so beliebten geselligen Tagesausflüge, organisiert von einem galaktischen Billigflieger namens „Reiher-Air“.

Ausgerechnet zur Fronleichnamsprozession und ausgerechnet bei uns – da können wir uns ganz gewiss allesamt durchaus Schöneres vorstellen!


Jetzt kommt auch schon einer von denen ausgerechnet direkt auf mich zu gewatschelt! Er bemüht sich, einen besonders wichtigen Eindruck zu machen, aber eine ausgesprochene Schönheit ist er mit seiner krokodilgrünen Gesichtsfarbe und mit Füßen, die mich in ihrer Form an Bratpfannen erinnern, nun wirklich nicht. Mit entsprechenden Gesten und Be-

wegungen will er von mir eine Erklärung dafür, was wir hier denn so treiben bei dieser Prozession, bei der eine weiße Scheibe feierlich in einem kostbaren Gefäß und unter einem schmuckvollen Dach durch die Gegend getragen wird…


Da beginnt der Schweiß auf meiner Stirn zu perlen. Wie kann ich das bloß jemand von einem anderen Stern verständlich machen? Wo soll ich da anfangen?

Während ich ganz angestrengt und fast verzweifelt nachdenke, dringt ein sich ständig wiederholendes eindringliches Geräusch an meine Ohren, das sehr schrill ist und auch noch immer lauter wird… - Ich schrecke auf, nassgeschwitzt und fertig mit den Nerven.

Was muss ich da feststellen? - Mein Wecker hat planmäßig geklingelt, heute, am Fronleichnamsmorgen. Also Entwarnung auf der ganzen Linie: Das alles war nur ein schrecklicher Traum, aber einer, den ich nie vergessen werde…!


So wie es um den Glauben in unserem Land aussieht, werden wir über kurz oder lang auch sehr gut ohne Träume von grünen Männlein auskommen können. Unsere eigenen Mitmenschen in den Dörfern und Städten nehmen allmählich die Rolle der UFO-Touristen ein, denn auch sie verstehen zu einem großen Teil nicht mehr, was da bei einer Fron-

leichnamsprozession geschieht und warum.


Es ist aber wirklich schwierig mit den Katholiken! Da haben sie oft genug so schöne Kirchen – und dann machen sie solch einen gemeinsamen Wandertag, den sie mit allerhand Aufwand vorbereiten. Früher war das noch wesentlich umfangreicher. Teilweise hat da das ganze Dorf tagelang mitgeholfen beim Blumenpflücken, beim Legen des Teppichs und beim Aufbau der Altäre.

In einigen Gegenden war es auch für die Evangelischen das Selbstverständlichste der Welt, dabei mitzuhelfen, in anderen wurde von ihnen schon fast ganz traditionell ausgerechnet an diesem Tag die stinkende Jauche auf’s Feld gefahren…


Was ist das aber für ein Fest? Warum ziehen die Katholiken durch die Straßen, tragen die Hostie, den Leib Christi, in einem kostbaren Schaugefäß, der Monstranz? Warum bekommt bei diesem Rundgang die Hostie sogar einen Tragehimmel, ein eigenes Dach über dem Kopf? - Im heutigen Evangelium werden wir wieder einmal an die tiefere Bedeutung des Fronleichnamfestes erinnert. Wir erfahren, wie Jesus mit den Zwölfen unmittelbar vor Jerusalem angekommen ist.

Da schickt er zwei Boten mit ganz klaren Aufträgen voraus.

Wir bekommen hier demonstriert, wie genau Jesus um alle Zuammenhänge der Zukunft weiß. Die beiden Vorboten treffen alles genau so an, wie Jesus es ihnen vorhergesagt hatte.

Ein großer Raum steht bereit, wo er mit den zwölf Aposteln das traditionelle Pascha-Mahl so feiern wird, wie alle Juden dies an diesem Abend tun.


Jesus weicht im Text jedoch von den Vorlagen ab, die für das feierliche Mahl vorgesehen sind, das große Fest der Erinnerung an die Befreiung durch Gott aus der Sklaverei Ägyptens. Bei diesem letzten Abendmahl schenkt er sich selbst in den Gaben der Eucharistie. Jesus nimmt aber nicht etwa ein leckeres Stück Fleisch vom Pascha-

lamm, um die berühmten Worte zu sprechen. Er nimmt etwas ganz Alltägliches, ein Fladenbrot. Das zerteilt er in Stücke, die er seinen Jüngern reicht: „Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“

Brot und Wein, damals alltägliche Lebensmittel und Überlebensmittel, dienen Jesus beim letzten Abendmahl, um sich selbst zu verschenken. Nichts besonders Edles, keine Feinschmeckerei, hat er sich dafür ausgesucht, sondern das, was man jeden Tag zum Leben braucht.

Das ist mein Leib, das ist mein Blut, sagt Jesus. – Die Jünger Jesu wissen sofort, dass er es auch genau so meint...


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01.06.2009

Dreifaltigkeitssonntag B - 07.06.2009

Dtn 4,32-34.39-40
Röm 8,14-17
Predigt zum Evangelium:
Mt 28,16-20


Evangelium Mt 28,16-20

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder.

Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.


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Wat is en Dampfmaschin ?


Die meisten von uns kennen sicher diesen alten Film mit Heinz Rühmann: Er heißt „Die Feuerzangenbowle“. Darin stellt der gutmütige Lehrer Bömmel seinen Schülern die Frage: „Also, wat is en Dampfmaschin?“ – Und dann beantwortet er sie selbst: „Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorne e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.“


Deutsche Behörden und die Justiz sind da doch deutlich gründlicher. In einem Urteil vom 17.März 1879 wurde uns Bürgern zum Beispiel bereits durch das Reichsgericht definitive Klarheit darüber geschenkt, was eine Eisenbahn ist. Die Definition lautet:

„Eine Eisenbahn ist ein Unternehmen, gerichtet auf wiederholte Fortbewegung von Personen oder Sachen über nicht ganz unbedeutende Raumstrecken auf metallener Grundlage, welche durch ihre Konsistenz, Konstruktion und Glätte den Transport großer Gewichtsmassen beziehungsweise die Erzielung einer verhältnismäßig bedeutenden Schnelligkeit der Transportbewegung zu ermöglichen bestimmt ist, und durch diese Eigenart in Verbindung mit den außerdem zur Erzeugung der Transportbewegung benutzten Naturkräften - Dampf, Elektrizität, tierischer oder menschlicher Muskeltätigkeit, bei geneigter Ebene der Bahn auch schon durch die eigene Schwere der Transportgefäße und deren Ladung usf. - bei dem Betriebe des Unternehmens auf derselben eine verhältnismäßige gewaltige, je nach den Umständen nur bezweckterweise nützliche oder auch Menschenleben vernichtende und menschliche Gesundheit verletzende Wirkung zu erzeugen fähig ist.“


Wahrscheinlich geht es Ihnen dabei wie mir: man findet die Erklärung zwar irgendwo zum Teil in der Sache richtig, aber sie trifft für den wirklichen Nutzer, für den Fahrgast, doch nicht ganz das Eigentliche einer Eisenbahn. Wer mit dem Zug fährt, wird eher davon erzählen, was er auf der Fahrt erlebt hat, wie schön die Landschaft war, wie er-

holsam die Fahrt bei langen Strecken im Vergleich zum Auto war usw.


Was das mit dem heutigen Dreifaltigkeitssonntag zu tun hat, liegt auf der Hand: In allen Bereichen, z.B. in der Europäischen Union, wird mehr oder weniger erfolgreich versucht, mit Verordnungen und Paragraphen Ordnung für das menschliche Miteinander zu gewährleisten.

Und immer wieder haben Theologen sich darüber den Kopf zerbrochen, wie denn nun Glaubenswahrheiten wie die göttliche Dreifaltigkeit zu verstehen sind. In tiefen und sehr weitläufigen Gedankengängen wurde darüber immer und immer wieder nachgedacht. Sicher war man dabei durch immer neue Anläufe wesentlich erfolgreicher als das Reichsgericht 1879 mit der Definition der Eisenbahn.


Doch wie Menschen so sind, beließen sie es nicht nur beim Nachdenken. Die Kirche war in der Zeit des berühmten Konzils von Nicäa (325 n.Chr) so heftig über die Frage der Dreifaltigkeit zerstritten, dass es sogar zu Prügeleien, Verbannungen und Kirchenausschlüssen kam. Es tobte ein regelrechter Meinungs-

kampf insbesondere um die Stellung Jesu innerhalb der göttlichen Dreifaltigkeit.

Sogar der damalige Kaiser Konstantin war wegen der Gefahr einer größeren Krise so sehr beunruhigt, dass er mit seiner politischen Autorität für eine klare Glaubensaussage des Konzils sorgte, um endlich wieder Ruhe in die Kirche zu bekommen. Als Folge davon kennen wir alle seit jenem Konzil das „Große Glaubensbekenntnis“ („GOTTESLOB“ Nr. 356), das insbesondere an Hochfesten wie heute statt des kürzeren apostolischen Glaubensbekenntnisses gesprochen wird.


Doch manchmal ist es eben mit solchen komplizierten Denkgebäuden im Glauben doch ein wenig wie mit der gerichtlichen Definition der Eisenbahn. Alles ist hundert-

prozentig richtig, und doch entsteht bei Nicht-Theologen leicht das Gefühl, der Aussage fehle gewissermaßen die Seele.

Es ist, als habe man eine schöne Scheibe Brot versprochen bekommen, aber man erhält dann doch leider nur ringsherum den harten Rand, die zähe Kruste der dogmatischen Formu-

lierungen, an der man schwer zu kauen hat. Das leckere und bekömmliche Innere der Scheibe Brot, das schon ein Baby genüsslich kauen kann, ist dabei irgendwie abhanden gekommen.


Da ist es nur gut, sich am heutigen Festtag auf den Text des Evangeliums zu besinnen. Es handelt sich um die allerletzten Sätze des Matthäus-Evangeliums, nach der Auferstehung Jesu.

Das wissen wir alle: Die letzten Worte haben ein ganz besonderes Gewicht. Wenn jemand sagt: „Das ist mein letztes Wort!“, dann ist da kein Millimeter mehr Platz für weitere Verhandlungen.

Das Evangelium schildert heute, wie die Jünger Jesu zurück nach Galiläa ziehen. Sie gehen gemeinsam auf einen Berg, den sie schon von Jesus kennen. In der Stille und Einsamkeit des Berggipfels fühlen sie sich wie viele andere Menschen Gott besonders nahe.

Tatsächlich dürfen sie dort dem Auferstandenen begegnen. Doch ganz genau steht im Text, dass sie Jesus sehen. Das ist schon ein Unterschied: Sehen im biblischen Sinne ist mehr, sehen ist erkennen, sehen hat zu tun mit dem tieferen Wahrnehmen der Person.

Kein Wunder also, dass die Jünger vor Jesus niederfallen.

Sie sind in diesem Moment dabei, Jesus wirklich zu sehen.

Sie sind dabei, ihn in seiner ganzen machtvollen göttlichen Größe plötzlich vor Augen und Herz zu haben.


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