Ex 16,2-4.12-15
Eph 4,17.20-24
Predigt zum Evangelium:
Joh 6,24-35
Evangelium Joh 6,24-35:
In jener Zeit, als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn:
Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt:
Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT
Der Speiseplan Gottes
Unter uns gibt es heute sicher auch einige, die gerne Kreuzworträtsel lösen. Für die Wiederholungs-
täter unter Ihnen ist der folgende gesuchte Begriff vielleicht nur ein Klacks: Einzusetzen ist ein Wort mit acht Buchstaben. Die Um-
schreibung dafür lautet: „griechische Götterspeise“. Natürlich hat dies nichts mit der zumindest in Deutschland bekannten Nachspeise zu tun, die man im Volksmund gerne auch Wackel-
pudding nennt.
Der gesuchte Begriff im Rätsel lautet: „Ambrosia“. Diese Speise war in der Welt der griechischen Götter Speise, Trank, Medizin und wohlriechende Salbe zugleich. Ambrosia verschaffte ungeahnte Kräfte und vor allem Unsterblichkeit. Selbst die Reittiere der Götter wurden damit gefüttert, damit auch sie ewig lebten. Da diese Herrschaften unter sich bleiben wollten, wurden die Menschen bis auf ganz wenige auserwählte Helden sicher-
heitshalber strikt von dieser Götterspeise ferngehalten. So jedenfalls wird es in der griechischen Mythologie geschildert.
Um eine ganz andere göttliche Speise geht es im heutigen Evangelium. Wie bereits am vorigen Sonntag steht Jesus als derjenige im Mittelpunkt, der die Menschen auf das wahre Brot des Lebens aufmerksam macht. Tausende von Menschen hatten die wunderbare Brotvermehrung Jesu gerade erst selbst miterlebt und waren davon begeistert.
Doch nun wardieser faszinierende Rabbi Jesus verschwunden. Weil wir heute wissen, wie schwer der tägliche Überlebens-
kampf vieler Menschen damals war, können wir gut nachvollziehen, was nun passiert: Zahlreiche Menschen machen sich auf die Suche nach diesem Mann, der sie so spendabel mit Brot versorgt hatte. Wenn sie sich zukünftig nur immer in seiner Nähe aufhielten, fiele bestimmt regelmäßig was für sie und ihre hungrigen Mäuler daheim ab. Sie fragen sich also in der Gegend durch. Wer hat ihn kürzlich gesehen? Wer kann sachdienliche Hinweise geben? – Auf diese Weise werden sie bald schon in Kafarnaum fündig, wo sich Jesus oft aufhielt. Es klingt schon fast wie ein Vorwurf, wenn sie ihn fragen: „Rabbi, wann bist du hierher gekommen?“ – Damit ist klar, dass sie es ihm schon übel nehmen, dass er sich ihnen so geschickt entzogen hat.
Jesus jedoch beantwortet ihre Frage anders, als sie sich
das dachten. Er wird nämlich ganz eindringlich und lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Das erkennen wir schon am Beginn seiner Antwort bei der Formulierung „Amen, Amen, ich sage euch“ . Hier spricht Jesus mit seiner ganzen Autorität! Das doppelte „Amen“ macht unmissverständlich klar: Das ist so, das ist absolut sicher!
Um sie wachzurütteln, sagt Jesus den Menschen, die ihn da regelrecht be-drängen, was Sache ist: Ich weiß genau, warum ihr hinter mir her seid. Machen wir uns doch nichts vor – euch geht es gar nicht um mich, sondern euch geht es um euren Bauch. Ihr wollt am liebsten jeden Tag schön brav eure Gratis-Portion frei Haus geliefert haben. Gewissermaßen wie ein Zeitungs-Abo, das jeden Morgen rechtzeitig und zuverlässig angeliefert wird.
Natürlich hat Jesus auch Mitleid mit diesen Menschen, die das ja nicht als Freizeit-Vergnügen betreiben. Sie alle möchten einfach endlich in materieller Sicherheit leben. Wer möchte das nicht? Zum Mitleid Jesu gehört aber eben auch, dass er den Leuten einschärft, weiter zu denken als bis zum nächsten Hungergefühl, bis zur nächsten Brot-Ration. Die Menschen verwenden viel Mühe, um immer wieder neu Lebensmittel zu bekommen, die doch verderblich sind, die nur kurze Zeit halten. Das eigentliche Lebensmittel verlieren sie dabei aber immer mehr aus dem Blick.
Obwohl sie gläubig sein wollen, benehmen sie sich wie Leute, die die Orientierung für ihr Leben verloren haben. Sie sind wie Autofahrer, die im dichten Nebel stecken und immer nur die paar Meter direkt vor ihnen durchschauen.Jesus will die Menschen aufwecken: Wenn ihr in Sicherheit investieren wollt, dann investiert langfristig. Dann investiert nicht in Verderbliches, sondern in Haltbares. Wörtlich heißt es im Evangelium: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.“
Wie es jetzt scheint, hat es bei den Zuhörern Jesu gefunkt.
Im Innersten spüren sie, wie recht Jesus hat. Sie haben vor lauter täglicher Sorge ihr langfristiges Lebensziel aus den Augen verloren. Irgendwann ist ihr Lebenslicht hier auf Erden ausgeknipst – und dann? Daher fragen einige ihn sofort ganz beschämt: „Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?“
Wir spüren den guten Willen dieser Menschen. Die einge-
schlafene Sehnsucht nach dem ewigen Leben bei Gott ist in ihnen plötzlich wieder aufgewacht. Aber welchen Beitrag können sie leisten, was können sie bloß konkret tun? ...
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