24.08.2009

22.Sonntag im Jahreskr. B -30.08.2009

Dtn 4,1-2.6-8
Jak 1,17-18.21b-22.27
Predigt zum Evangelium:
Mk 7,1-8.14-15.21-23


Evangelium Mk 7,1-8.14-15.21-23

In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schrift-

gelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen.

Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?

Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesája hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, / sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; / was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Dann rief Jesus die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.


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Knöllchen für Jesus ?


So etwas Ärgerliches! Ich wollte doch nur gerade mal ganz schnell die Medizin für den bettlägerig kranken alten Nachbarn abholen, eine Sache von höchstens fünf Minuten, normalerweise. Ausgerechnet jetzt sind vor der Apotheke alle vier Parkplätze besetzt. Kurzes Überlegen: Ach, wird schon jetzt gerade keiner kommen! Sonst macht man das ja nie, aber jetzt wird mal ausnahmsweise in der 2. Reihe auf der Fahrbahn geparkt. Der Patient wartet schließlich schon auf die Hilfe!
Leider geht es mit der Bedienung heute alles andere als zügig voran, und so nimmt das Schicksal in Form einer Politesse seinen Lauf. An meiner Windschutzscheibe prangt bei Rückkehr eine Zahlkarte mit der dringenden Empfehlung, der Stadt einen meiner Zwanzig-Euro-Scheine zur weiteren Nutzung zu überlassen.

Letztlich ärgert man sich über sich selbst am meisten. Ich weiß wirklich nicht, was mich da geritten hat, so zu parken und damit den fließenden Verkehr zu behindern. Ordnung muss sein – das verstehe ich sehr wohl und kann es nur unterstützen! Es erspart den Autofahrern Krankenhausaufenthalte und Reparaturen, dass wir nicht auf jeder Kreuzung neu diskutieren müssen, wer denn eigentlich Vorfahrt hat. Ordnung muss sein, das ist gar keine Frage. Nur so kann eine Gesellschaft funktionieren, und die Kirche auch. So sind z.B. weder Badekleidung noch das Handy-Klingeln im Gottesdienst erwünscht.

Im heutigen Evangelium bekommt Jesus übrigens -bildlich gesprochen- auch ein „Knöllchen“ verpasst: Jesus hat „hohen“ Besuch bekommen, nämlich Schriftgelehrte und Pharisäer aus Jerusalem. Diese Herren aus dem religiösen Zentrum der Juden schauen sich mal um, was Jesus und seine Jünger so treiben. Die religiöse Elite des Landes hat sich entschieden, bei diesem so beliebten Wanderprediger etwas genauer hinzusehen.
Ab und zu findet sich eine Ordnungswidrigkeit, die von diesem Religions-TÜV mit öffentlichen kritischen Worten abgemahnt wird. Als einige Jünger Jesu z.B. am Sabbat im Vorbeigehen einige Getreideähren vernaschen (Mk 2, 23-28), wird ihnen das gleich ganz pingelig als verbotenes Arbeiten am Feiertag ausgelegt.
Die misstrauischen Religionshüter suchen in den Krümeln,
um Jesus etwas anhängen zu können, um ihn als nicht ganz gesetzestreuen Rabbi hinstellen zu können. Damals beim Ährenraufen seiner Jünger hatte Jesus sie bereits ganz energisch und souverän abgeschmettert: „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat!“

Wir wir im heutigen Evangelium erfahren haben, geht es bei der jetzigen Kritik der Religionshüter um Sauberkeit, um die Hygiene. Sie haben nämlich gerade beobachtet, dass einige der Jünger Jesu „ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen“.
Formal waren die Beobachter aus Jerusalem sicher im Recht: im Judentum gab es z.B. eine ganze Reihe von Reinheits-
vorschriften, die man als frommer Mensch einzuhalten hatte. Das Waschen der Hände vor dem Essen war generell sinnvoll, um im heißen Israel der Übertragung von Bakterien Grenzen zu setzen. Das Waschen hatte aber immer auch einen rituellen Aspekt: Durch die gründliche Säuberung wollte man mit reinen, würdigen Händen Gott beim Gebet zum Essen ehren.
Bei reinen Händen ging es also um mehr als nur um Hygiene;
es ging um eine klare persönliche Abgrenzung zu den Heiden, die als unrein galten. Durch die Einhaltung solcher festen rituellen Vorschriften wie der des Waschens vor dem Essen erinnert sich jeder fromme Jude auch immer wieder neu daran, dass er zum heiligen Volk Gottes gehört und dementsprechend leben soll.

Die Herren Kontrolleure aus Jerusalem müssen bei Jesus einschreiten. Das wollen sie ihm nicht durchgehen lassen.
So heißt es im Text: „Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?“
So, nun ist es raus. Sie haben einen kräftigen Hebel zur Kritik angesetzt. Sicher ist es für sie auch ein Stück Erleichterung, etwas Handfestes zur Beanstandung gefunden zu haben. Sie sind sich auch sicher, dass Jesus beim besten Willen keinerlei Entschuldigung für diesen groben Verstoß seiner Jünger finden kann.
Es ist nun einfach mal so, dass eine unreine Hand beim Weiterreichen des Brotes eventuelle Krankheitskeime gleich mit auf die Wanderschaft um den Tisch schickt. Eine ansteckende Magen-Darm-Infektion könnte so halbe Dörfer lahmlegen....

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17.08.2009

21. Sonntag im Lesejahr B - 23.08.2009

Jos 24,1-2a.15-17.18b
Eph 5,21-32
Predigt zum Evangelium:
Joh 6,60-69


Evangelium Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?
Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.
Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.
Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?
Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte das ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.


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Zum Davonlaufen ?


Wir brauchen dafür gar keine Statistiken zu bemühen, denn das wissen wir auch so: Unsere heutige Zeit ist eine Zeit des Davonlaufens. Damit ist nicht nur die immer höhere Scheidungs-
rate bei Eheleuten gemeint. Man trennt sich z.B., weil man es nicht mehr mit-
einander aushält oder weil ein anderer Partner im Spiel ist.
Immer mehr Menschen laufen aber auch davon, weil sie am Leben verzweifeln und vielleicht nur noch im Selbstmord einen Ausweg für sich sehen. Dass es zum Davonlaufen ist, empfinden auch die vielen Auswanderer, die Deutschland für immer den Rücken kehren. Irgendwo auf der Welt wollen sie das große Glück finden, das ihnen hier versagt blieb.
Und mal ganz ehrlich: Gab es nicht auch in Ihrem Leben schon einige Situationen, wo Sie am liebsten davongelaufen wären?

Auch in der Kirche ist das Davonlaufen hochaktuell. Nicht nur die Jahr für Jahr hohen Zahlen der Kirchenaustritte zumindest in Europa sind beunruhigend, sondern erst recht das Flucht-
verhalten von Priestern und Ordensleuten. Ohne hier über dem Einzelnen den Stab brechen zu dürfen, muss man doch von einer dramatischen Entwicklung sprechen: Nicht nur erheblich zu wenig Priester- und Ordensnachwuchs macht uns heutzutage große Sorgen, sondern das immer häufigere Aufgeben des Priesteramtes z.B. wegen einer angestrebten Partnerschaft.

Manchmal geschieht dieses Davonlaufen recht dramatisch und mit großem Getöse. Doch es gibt auch das andere Davonlaufen, das innere Davonlaufen. Man ist müde geworden, und die vielen Enttäuschungen setzen einem immer mehr zu. So mancher junge Priester ging mit viel Elan an seine Arbeit als Erntehelfer für das Reich Gottes.
Doch viel zu viele Ideen und Hoffnungen zerplatzten wie Seifenblasen. Die Folge: Die Kraft lässt mit den Jahren nach, man reißt sich kein Bein mehr aus, man lässt es schleifen. Pessimismus macht sich breit: die viele Mühe zahlt sich sowieso nicht aus. Das geht doch nach und nach alles den Bach runter. Es wird einfach unerträglich…

Solche Gedanken sind wie Gift. Dieses zerstörerische Gift ist schlimmer als jede Schweinegrippe, weil es unabsehbare lebenslange Schädigungen verursacht. Wie schnell und flächendeckend es wirkt, bekommen wir im heutigen Evangelium ganz anschaulich vorgeführt.
Wir erleben hier mit, wie das Phänomen des Davonlaufens auch die Jünger Jesu ergreift. In den letzten Tagen haben seine Anhänger nicht nur die wunderbare Brotvermehrung mit-
bekommen. Seine wiederholten Reden über sich selbst als das Brot, das vom Himmel gekommen ist und seine Aussagen über sein Fleisch und Blut haben bei seinen Zuhörern für Unruhe gesorgt. Nur wer sein Fleisch isst und sein Blut trinkt, hat das ewige Leben, betont Jesus immer wieder.

Die Schar der Zuhörer schrumpft daraufhin rapide. Von den Tausenden bei der Brotvermehrung sind nur noch ein paar Dutzend Jünger übriggeblieben, und unter denen brodelt es offenbar auch mächtig. Zu Beginn des heutigen Evangeliums heißt es wörtlich: „In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu,
die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“

Wir spüren noch heute, wie es da vor Anspannung knistert. ...

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11.08.2009

20. Sonntag im Jahreskreis B - 16.08.2009

Spr 9,1-6
Eph 5,15-20
Predigt zum Evangelium:
Joh 6,51-58


Evangelium Joh 6,51-58

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch:
Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.

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Leibspeise

Heute beschäftigt sich das Evangelium noch einmal mit Jesus als dem lebendigen Brot, das ewiges Leben schenkt. Jesus beginnt ohne Umschweife und kommt sofort vor seinen zahl-
reichen Zuhörern zur Sache: „Das Brot, das ich geben werde,
ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“

Die Zuhörer Jesu streiten sich also. Das kann nur bedeuten, dass es unter ihnen verschiedene Ansichten gibt, was diese schwerwiegende Aussage Jesu zu bedeuten hat. Wie kann er das nur meinen? Will er uns wirklich das Fleisch seines Leibes zum Essen anbieten? Die Verwirrung ist nur allzu verständlich – wie soll das denn gehen?

Wir heutzutage haben es da natürlich leichter. Während sich die Zuhörer Jesu damals mittendrin in den Geschehnissen des Lebens Jesu befinden, kennen wir heute schon die Fortsetzung dieser Liebesbeziehung Gottes mit uns Menschen. Im Nach-
hinein ist uns schnell klar, dass Jesus auf sein Leiden und Sterben am Kreuz anspielt. Er gibt sein Leben hin für das Leben der Welt.

Wie es scheint, macht es Jesus im heutigen Evangelium seinen Zuhörern nicht gerade einfach. Sofort anschließend erklärt er: „Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“
Wir wissen: Wenn Jesus eine Aussage mit dem doppelten „Amen“ beginnt, dann betont er damit: Das ist absolut sicher, davon könnt und müsst ihr ausgehen!

Zu allen Zeiten haben Menschen an diesem Satz über sein Fleisch und Blut Anstoß genommen. Für die Juden war Blut absolut tabu. Das durfte man auf keinen Fall zu sich nehmen. Allein diese Vorstellung versperrte vielen Zuhörern Jesu jede Möglichkeit, ihm hier zu folgen.
Jesus weiß das natürlich, aber diese Aussage ist ihm so enorm wichtig, dass es hier von ihm keine verharmlosende Formulierung gibt, welche die Leute leichter akzeptieren könnten. Von der Wahrheit rückt er keinen Millimeter ab: Sein Fleisch und Blut ist ausdrücklich das himmlische Brot, das ewiges Leben schenkt.

Wir heute wissen natürlich, dass Jesus damit schon auf die Eucharistie, auf die Kommunion hinweist. Wie er seinen Jüngern beim letzten Abendmahl ganz eindringlich erklärt, verbindet er sich auf geheimnisvolle Weise in der gewandelten Gestalt von Brot und Wein immer wieder neu mit den Seinen. Im Originaltext des heutigen Evangeliums heißt es nicht einfach „essen“, sondern genauer, wer sein Fleisch beißt, kaut, verschlingt.
Das gibt uns einen wichtigen Hinweis: ...

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04.08.2009

19. Sonntag im Jahreskreis B - 09.08.2009

1 Kön 19,4-8
Eph 4,30 - 5,2
Predigt zum Evangelium:
Joh 6,41-51


Evangelium Joh 6,41-51:

In jener Zeit murrten die Juden gegen Jesus, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen?
Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem,
der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon ißt, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch,
ich gebe es hin für das Leben der Welt.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT

Wir halten ewig !

An der gefähr-
lichen Kreuzung hat es mal wieder gekracht. Diesmal steht ein Auto in Flammen, und der Fahrer stirbt noch am Unfallort. Weltweit rechnet man derzeit mit einer Million Verkehrstoten jedes Jahr und etwa 40 Millionen Verletzten, vom materiellen Schaden in Höhe von etwa 400 Milliarden Euro pro Jahr und von dem Leid, das viele Millionen Familien dadurch packt, ganz zu schweigen. Freiheit, Mobilität und Wohlstand haben ihren Preis. So ist das eben.
Unsere Medien und unsere Volksvertreter achten grundsätzlich sehr gründlich auf die Stimmungslage im Volk. Wer z.B. als Politiker wegen einer unbedachten Äußerung bei den Leuten „unten durch“ ist, hat nur noch wenig Chancen, von seiner Partei wieder als Kandidat aufgestellt zu werden. Jeder weiß zum Beispiel: Vor den Wahlen bloß die Finger weg vom Reizthema „Auto“ – das kostet Wählerstimmen!

So wie es im heutigen Evangelium aussieht, hat auch Jesus zur Zeit bei seinen Zuhörern ein deutliches Popularitätsproblem. Den großzügigen Brotvermehrer haben sie alle beklatscht, aber das hat sich jetzt klar verändert.
Jesus fragt bei seinen Themen nicht nach einer Beliebtheits-Skala der Zuhörer, sondern er hatte ihnen unmissverständlich gesagt: „Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“ Daran hat man natürlich als Jude und Zeitgenosse Jesu kräftig zu schlucken. Viele wissen genau, dass Jesus in Nazareth gewohnt hat und kannten zum Teil auch den Zimmermann Josef und Jesu Mutter Maria. Wie kann er da nur behaupten, vom Himmel zu kommen?

Die Reaktionen der Zuhörer sind unmissverständlich.
Sie murrten gegen Jesus, heißt es. Murren – das ist nicht etwa ein leises Gemurmel, verstärkt durch gelegentliches Kopfschütteln. „Murren“ bedeutet mehr. Es ist ein klarer Widerstand, eine ablehnende Haltung. Das will man so nicht hinnehmen.
Wir kennen diesen Ausdruck schon aus dem Alten Testament. Bereits beim anstrengenden Durchzug durch die Wüste begann das Volk gegen Mose zu murren. Hunger, Durst, Müdigkeit – man war es irgendwann einfach leid. Man hatte die Nase gestrichen voll, wie der Volksmund so sagt.
Das Murren war eine regelrechte Auflehnung, letztlich ein Aufstand gegen Gott. Man traute ihm einfach nicht mehr zu, das Volk ans versprochene Ziel zu bringen, ins Gelobte Land...

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