Jesaja 2,1-5
Römer 13,11-14a
Predigt zum Evangelium:
Matthäus 24,37-44
Evangelium Mt 24,37-44 (Kurzfassung):
Wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mit-
genommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurück-
gelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüßte, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, daß man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT
Plötzlich und unerwartet…
Im Lokalteil der Zeitung gehören die Todes-anzeigen zu denjenigen Informationen, die man nicht einfach über-
blättert, und oft genug ist der Schrecken groß: schon wieder ein Bekannter oder ein Klassenkamerad verstorben! - Häufig finden wir im Text der Todes-
anzeige die Formulierung: „Plötzlich und unerwartet verstarb…“ -
Als besonders tragisch empfinden wir dabei, wenn es sich um junge Menschen handelt, die z.B. durch einen Verkehrsunfall mitten aus dem Leben gerissen wurden. Die Familien der Toten sind in Trauer und Leid wie gelähmt und können oft lange nicht wirklich begreifen, was da geschehen ist.
Plötzlich und unerwartet - davon spricht auch Jesus im heutigen Evangelium. „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“ - Eine Drohbotschaft statt der frohen Botschaft ausgerechnet zum 1.Advent? Ausgerechnet jetzt, wo wir uns nach dem tristen November so sehr nach dem Licht und der Freude der Weihnacht sehnen?
Ja, ausgerechnet jetzt, denn genau hierher an den Anfang des Advents gehört diese Mahnung Jesu. Wachsam sollen wir sein und uns bereit halten für den Herrn, der garantiert kommen wird für jeden einzelnen von uns, wenn unsere letzte Stunde gekommen ist.
Ja, wachsam sollen wir sein - und nicht so im Alltagstrott verloren wie die Menschen zur Zeit des Noah. Sie wollten es einfach nicht wahrhaben, als Noah ihnen sagte, dass eine vernichtende Flut kommen werde. Sie wollten es nicht wahrhaben, und sie aßen, tranken und heirateten, als wenn sie die Warnung des Noah überhaupt nichts anginge.Jesus erzählt dies, damit wir wenigstens so klug sind und bereit sind, wenn der Herr kommt. Plötzlich und unerwartet? Plötzlich – ja, aber unerwartet: hoffentlich nein!
Wir Menschen verdrängen zu gerne, dass unser ganzes Leben ein einziger Advent ist. Und das ist etwas anderes als klingelingeling und Glühweinromantik auf dem Weihnachtsmarkt oder im Kaufhaus, wo süßer die Kassen nie klingeln!
Seid vorbereitet auf das Kommen des Herrn, mahnt uns Jesus.
Ihr müsst dem Herrn Rechenschaft ablegen für das, was ihr mit eurem geschenkten Leben gemacht habt. Frühere Generationen haben das besser verstanden als wir. Ohne den Geschenke-Rummel vor Weih-
nachten, dem man sich nur schwer entziehen kann, hatten sie es vielleicht auch etwas einfacher. Sie bereiteten sich sorgfältig in ihrem Tagesablauf auf das christliche Weihnachten vor, ebenso wie auf das Osterfest.
Ein Fest braucht eben seine Vorbereitungszeit. Damit ist nicht nur die äußerliche Vorbereitung gemeint, vom Einkauf bis zum Hausputz. ...
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