03.11.2010

32. Sonntag im Jahreskreis C - 07.11.2010

2 Makk 7,1-2.7a.9-14
2 Thess 2,15 - 3,5
Predigt zum Evangelium:
Lk 20,27-38


Evangelium Lk 20,27-38: In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterläßt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nach- kommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte, und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzu- haben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Daß aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.

MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT

Himmlischer Ehekrach?

Siebenmal ver- heiratet – das ist schon heftig und übertrifft sogar einige Prominente, die uns allen bei diesem Thema sicher spontan einfallen…

Im heutigen Evangelium wird also so richtig dick aufgetragen, und dies von den Sadduzäern, die gerade zu Jesus kamen. Sadduzäer waren höhere Priester, die dafür bekannt waren, dass sie die Wirklichkeit der Auferstehung kategorisch ablehnten. Schnell wird uns jetzt klar: diese Herren wollten Jesus mit ihrer geradezu an den Haaren herbei- gezogenen Geschichte nur lächerlich machen. Dazu nutzten sie einen damals üblichen Tatbestand, die sogenannte Schwager-Ehe.

Eine kinderlose Witwe war damals gänzlich unversorgt und hilflos. So war es sozial gedacht, dass ein Bruder des Verstorbenen die Witwe heiratete und damit schützte. Kinder aus einer solchen Beziehung galten übrigens juristisch als Kinder des Verstorbenen.

Die Sadduzäer, die Jesus diesen konstruierten Fall der sieben Heiraten vortrugen, kannten diese Regelung sehr gut, denn sie entstand schon früh durch Moses, und nur die fünf Bücher Mose galten für sie als Richtschnur im Leben.

Ihre eigentliche Frage an Jesus war also: Wem gehört denn nun diese Frau im Himmel? Jeder der sieben Brüder ist doch ihr Mann! – Da war wohl ein heftiger Ehe- krach im Himmel fällig, oder…?

Mit dieser Fangfrage hatten sie bei den Zuhörern erst mal die Lacher auf ihrer Seite. Sie wollten zeigen: Wie du siehst, Jesus, kann die Auferstehung gar nicht funktionieren, denn das gäbe reichlich Stress im Himmel. Wer weiß, wen man da alles treffen würde – einfach furchtbar, ein Chaos der Gefühle, Beziehungen, Rechtsverhältnisse…!

Jesu Antwort beschäftigt sich nur kurz mit dem Heiraten, nach dem er gefragt worden war. Er weiß: der fehlende Glaube an die Auferstehung beruht auf einer falschen Vorstellung vom Himmel und von Gott. Die Fragesteller sind gewissermaßen auf dem Holzweg, in einer Sack- gasse, und das ist das eigentliche Verständnisproblem. Die Sadduzäer und mit ihnen leider auch viele Christen glauben, der Himmel sei die Fortsetzung der Erde, eben nur an einem anderen Ort. Das trieb ja auch den Dienstmann Alois als „Münchner im Himmel“ in der Satire von Ludwig Thoma zur Verzweiflung, da er so gar nicht damit einver- standen war, nun als Engel Aloisius den ganzen Tag auf einer Wolke sitzend frohlocken zu müssen und Manna statt Bier zu bekommen

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1 Kommentar:

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