Mal 3,1-4
Hebr 2,11-12.13c-18
Predigt zum Evangelium:
Lk 2,22-40
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Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selber aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Pénuels, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.
Vielleicht kennen Sie den Witz schon?Ein Mann betet ganz verzweifelt zu Gott: „Lieber Gott, lass mich doch bitte auch mal einen Sechser im Lotto haben!“ So geht das Woche für Woche, Monat für Monat, ein ganzes Jahr lang. Der Mann hat wirklich Ausdauer: „Lieber Gott, lass mich doch endlich auch mal einen Sechser im Lotto haben!“ - Da verliert Gott wohl die Nerven und antwortet dem energischen Beter: „Gib mir bitte eine faire Chance – besorge dir endlich mal einen Lottoschein!“
Wir haben verstanden. Um etwas gewinnen zu können, muss man erst einmal etwas investieren, etwas riskieren. Wer zu einem bestimmten Ziel gelangen will, der muss sich auch tatsächlich auf den Weg machen.
Im heutigen Evangelium haben sich gleich mehrere auf den Weg gemacht. Da sind zuerst einmal Maria und Josef mit dem neugeborenen Jesus. Nach einer vorgeschriebenen Warte-
zeit war damals für alle Wöchnerinnen eine Art Reinigungs-
Ritus nach dem Gesetz des Mose vorgeschrieben.
Erst danach durften sie wieder am normalen gottesdienst-
lichen Leben ihrer Gemeinde teilnehmen. Maria und Josef machen sich also auf den für die junge Mutter mühsamen Weg nach Jerusalem hinauf. Im Tempel wollen sie das Kind zugleich Gott weihen. Das war damals ebenso üblich: Jeder männliche Erstgeborene sollte dem Herrn geweiht sein.
Kein Kind ist Besitz der Eltern. Es ist stets auch Gottes Kind, Gottes Schöpfung.
Maria und Josef wollen keine Extra-Wurst für Jesus. Sie tun genau das, was Tausende anderer junger Eltern tun. Sie hal-
ten sich strikt an die religiösen Vorschriften ihres jüdischen Glaubens. Sie machen sich auf den Weg wie alle. Sie bringen im Tempel auch ein Opfer dar wie alle anderen. Für die wohl-
habenderen Leute war dies ein Lamm, für die ärmeren zwei junge Tauben. Maria und Josef opfern also die Tauben.
Den anstrengenderen Teil ihres Weges werden sie danach noch vor sich haben, die etwa 100 Kilometer von Jerusalem nach ihrem eigentlichen Wohnort Nazareth. Mindestens vier Tagesmärsche muss man dafür einkalkulieren, für die noch geschwächte Mutter wahrlich kein Zuckerschlecken!Doch Maria und Josef tun alles, um die Vorschriften und damit Gottes Gebote zu erfüllen. Das ist für sie gar keine Frage. Ihnen wird nichts geschenkt, und dem kleinen Jesus auch nicht. Sie wollen ein normales Leben führen, so gut das unter der Besatzungsmacht der Römer eben möglich ist.
Doch erst einmal erreichen sie gerade das Innere des Tempels. In der großen Halle herrscht Betriebsamkeit.
Viele Beter überall, die meist halblaut beten. Dazu Priester, die in verschiedensten Anliegen von Gläubigen angesprochen werden. Auch einige andere Neugeborene werden gerade den Priestern vorgestellt. Maria und Josef gehen auf den nächsten Priester zu, doch da werden sie plötzlich gestoppt.
Ein alter Mann hält sie an. Dieser alte Mann hat sich auch auf den Weg gemacht. Er heißt Simeon und ist oft im Tempel. Simeon kommt nicht zufällig gerade jetzt dorthin. Im Evan-
gelium heißt es ausdrücklich, dass er vom Geist in den Tempel geführt wurde. Simeon ist ein besonderer Mann. Er ist zwar alt an Jahren, aber nicht des Lebens müde. Er ist zwar mit den Jahren immer gebrechlicher geworden, aber das spielt für ihn nur eine geringe Rolle. Simeon hat ein Ziel vor Augen. Simeon weiß, was er will. Sein ganzes Leben hat er das gewusst. Wie viele andere fromme Juden vor und mit ihm hat er immer auf den kommenden Heiland gehofft, auf den Messias, den Erlöser aller Menschen.
Aber es ist etwas Besonderes mit Simeon. Während andere so nebenbei mehr oder weniger hoffen und sich im Alltag recht nett eingerichtet haben, macht Simeon nichts anderes. Sein Leben dreht sich nur um diese Hoffnung. ...
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