27.04.2010

5. Sonntag der Osterzeit C -02.5.2010

Apg 14,21b-27
Offb 21,1-5a
Predigt zum Evangelium:
Joh 13,31-33a.34-35



Evangelium Joh 13,31-33a. 34-35:

In jener Zeit, als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

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Jesu Kinderlein


Natürlich hat jeder schon von
den teuren „Rolex“-Luxusuhren gehört. Man trägt sie eben bei den Schönen und Reichen.
Klar, dass man Uhren mit diesem Markennamen z.B. auch an aller-
lei Urlaubsorten zu unglaublichen Schnäppchenpreisen angeboten bekommt. Es ist natürlich sehr die Frage, ob man sich für 150 Euro wirklich eine echte „Rolex“ ergattert hat.
Produktpiraterie nennt man so etwas, und damit haben viele Hersteller von Markenprodukten zu kämpfen. Vom T-Shirt bis zu lebenswichtigen Medikamenten wird alles nachgemacht und gefälscht, was dem Nachahmer Geld einbringen kann. Allein für die deutsche Wirtschaft beträgt der Schaden über 6 Milliarden Euro Jahr für Jahr, vom Betrug am Verbraucher und eventuellen Sicherheitsrisiken ganz zu schweigen.
Das Knifflige ist, dass es oft genug für den Laien gar nicht so einfach ist, die Fälschung vom Original zu unterscheiden. Das gilt allerdings auch für den christlichen Glauben. Nicht alles, was „christlich“ genannt wird, ist es auch wirklich. Da ist auch so manches nur imitiert, nur so ähnlich. Und nicht jeder, der sich ganz selbstverständlich als guten Christen bezeichnet, hat mit dieser Feststellung unbedingt auch recht. Jedem von uns fallen da sicher ganz mühelos aus persönlichem Erleben einige Beispiele ein.
Ein „Klassiker“ soll hier zur Demonstration genügen: Besonders Jugendliche nehmen häufig Anstoß an „Sonntagschristen“, die zwar in der Heiligen Messe laut das Halleluja singen, im normalen Alltag aber knallharte Egoisten sind und auch kräftig lügen und betrügen, wenn es für sie und ihr Bankkonto von Vorteil ist.
Die Liste solcher Beispiele und Ärger-
nisse ließe sich leider spielend leicht fortsetzen, bis hin zu geistlichen Würdenträgern, die anderen gerne Wasser predigen, selbst aber eindeutig lieber Wein trinken.
Das heutige Evangelium spricht auch davon, an welchen Maßstäben man wirkliche Christen messen soll und wie man sie erkennen kann. Jesus sagt da: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“

Schauen wir einmal näher hin. Das Evangelium scheint uns auf den ersten Blick in diesem Punkt wenig originell zu sein. Das Gebot der Nächstenliebe galt auch zur Zeit Jesu schließlich schon lange.
Neu ist das also nicht. Andererseits sagt Jesus sicher nicht ohne guten Grund, dass er den Seinen hier ein neues Gebot gibt. Uns fällt da sofort die Begründung Jesu auf. Er sagt nicht einfach: „Liebt einander!“ – Jesus vertieft vielmehr seinen Appell mit dem Hinweis: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“
Wer Jünger Jesu sein will, hat also einen gewichtigen Grund mehr für sein Handeln als ein anderer, der als Nichtchrist auch Gutes tut. Jesus hat das, was er da predigt, auch selbst vorgelebt, bis hin zu Leid und Tod.
Das ist wirklich neu: Seine Liebe macht auch nicht Halt vor Zöllnern und Sündern. Er isst und trinkt sogar mit denen, um die man als Frommer normalerweise einen großen Bogen macht. Und auch einen Judas, der ihn so schrecklich verraten wird, hat er als seinen Jünger nicht achtkantig hinausgeworfen.
Jesus weiß auch, wie sehr so mancher, der auf die schiefe Bahn geraten ist, sich sehnt nach dem guten Wort, das ihn wieder aufrichtet. Jesus ist immer wieder der gute Hirte, der sich nach jedem verlorenen Schaf auf die Suche macht. Sogar sein Leben opfert er für die Seinen.
Jesus hat es vorgelebt. Wer sein Jünger sein will, der soll seinem Hirten folgen. So wie Jesus uns liebt, so sollen auch wir lieben.
Im heutigen Evangelium geht es dabei weniger um die Nächstenliebe ganz allgemein. Im Zentrum steht diesmal die Nächstenliebe der Christusnachfolger untereinander. Sie sollen im Verhalten unter-
einander ganz besonders seinem großen Vorbild nacheifern.
Jesus geht mit seinem Appell an die Jünger sogar so weit, dass er diesen liebevollen Umgang miteinander geradezu zum Kennzeichen, zum Aushängeschild für Christen macht, wenn er sagt: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“

Diese menschenfreundliche Art des Umgangs miteinander ist also ein so grundsätzliches und geradezu typisches Element der Gemeinschaft der Christen, dass dies sogar jedem Außenstehenden sofort ins Auge springen muss....

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20.04.2010

4. Sonntag der Osterzeit C - 25.4.2010


Apg 13,14.43b-52
Offb 7,9.14b-17
Predigt zum Evangelium:
Joh 10,27-30



Evangelium Joh 10,27-30:

In jener Zeit sprach Jesus: Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben.
Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

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Kein Empfang ?

Heutzutage muss man fast zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar sein, wenn man etwas auf sich hält. Manche Leute haben nicht nur ein Handy dabei, sondern gleich zwei, so wichtig sind sie.
Und was sie nicht alles auf diese Weise immer ganz aktuell mitbekommen – es ist schon beeindruckend. Per Handy mit Internet gibt es das Wetter in Turkmenistan ebenso wie die Heizölpreise in der Sahara. Einfach alles an ver-
öffentlichter Information steht dem geneigten Handy-Kunden zur Verfügung, einschließlich der so beliebten Kurznachrichten, die man in die winzigen Tasten tippt.
Doch zuweilen passiert es, da ist der Handy-Benutzer wie von der Außenwelt abgeschnitten. Die Experten nennen das ein „Funkloch“. An diesem Ort, an dieser Stelle gibt es eben keinen Empfang.
Da kann man so wichtig sein, wie man will; jetzt muss man sehen, wie man weiterkommt, wie man aus diesem elektronischen Niemandsland schnell wieder herauskommt.

Um den richtigen Empfang geht es auch im heutigen Evangelium.
Da gibt es Schafe, die sind offenbar immer auf Empfang, die hören auf die Stimme ihres Herrn. Und das bedeutet auch, dass es andere gibt, die leben wie in einem dauernden Funkloch, die kriegen einfach
nichts mit.
Jeder Schäfer wird es Jesus gerne bestätigen: Ja, das stimmt - meine Schafe kennen mich und meine Stimme ganz genau.
Ein Ruf von mir genügt, und alle aus meiner Herde setzen sich in Bewegung. Und das liegt daran, dass meine Schafe mich als Führer anerkennen und mir unbedingt vertrauen. Die Schafe wissen es: Unser Hirte geht mit uns durch dick und dünn. Er ist immer bei uns, und niemand von uns geht ihm verloren. Er steht uns in jeder Gefahr bei und kümmert sich liebevoll um uns und auch um unsere Krankheiten und Verletzungen.
Zur Zeit Jesu waren Schafherden wesentlich häufiger als heute. Sogar bei der Geburt Jesu waren es Hirten, die seine ersten Besucher waren. Mit dem Bild vom Hirten, das Jesus im heutigen Evangelium verwendet, konnten die Menschen aus ihrer Erfahrung heraus sofort etwas an-
fangen. Hirten lebten damals monatelang mit ihrer Herde eng zusammen und mussten notfalls auch bereit sein, ihre Herde gegen wilde Tiere oder gegen Diebe zu verteidigen.

Jesus schildert sich nun auch als einen Hirten. Auch er hat eine Herde, die ihm anvertraut ist. Und von dieser Herde sagt Jesus: „Meine Scha-
fe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.“

Das ist interessant: So wie Jesus das sagt, klingt das alles völlig selbstverständlich und ganz einfach. Alle aus seiner Herde folgen ihm, wenn sie seine Stimme hören. Da ist kein wilder Hirtenhund, da ist keine Drohung nötig. Das läuft geradezu wie von selbst ab. Jesus ruft, und die Seinen lassen alles stehen und liegen und folgen ihm.
Schön wär’s, mögen wir jetzt denken. Würde das mal nur so funktio-
nieren, das wäre natürlich prima! – Unsere Realität, so meinen wir, sieht da doch etwas anders aus. ...

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19.04.2010

Maiandachten: Marienlob - von Maria an die Hand nehmen lassen!


In den meisten katholischen Kirchen finden wir ihn (bald) wieder: den „Maialtar“, also einen besonders schönen Blumen- und Kerzenschmuck für die Marienstatue. Während im Oktober der Rosenkranz im Mittelpunkt steht, ehren wir im Mai besonders Maria als Gottesmutter.
Mittlerweile gibt es sogar schon ökumenische Maiandachten, denn „Maria ist nicht nur katholisch, sie ist auch evangelisch. Protestanten vergessen das leicht.“ (Evangelischer Erwachsenenkatechismus, S.392)
Im theologischen Dialog sind beim Thema schon erfreuliche Fortschritte erzielt worden, doch in den Köpfen vieler evangelischer Christen ist immer noch eine deutliche Abwehrhaltung vorhanden. In einer aktuellen Diskussion in einem Internetforum werfen Protestanten den Katholiken vor, Maria zu Gott zu machen; man betreibe katholischerseits „Götzendienst“, denn nur Jesus Christus sei der Weg zum Heil.
Daher der Eindeutigkeit halber nicht nur für evangelische Leser: Wir Katholiken wissen, dass wir uns im Gebet direkt an Gott wenden können. So geschieht es auch in der Regel, z.B. in jeder Heiligen Messe, im Vaterunser usw.
Wir wissen aber auch, dass wir (wie in unserem alltäglichen Leben auch so oft)
Hilfe in Anspruch nehmen dürfen, auch die von Maria. Dabei ist Maria nie eine Konkurrenz für Gott. Ihn allein beten wir an. Der Mond ist auch keine Konkurrenz für die Sonne - so wie der Mond „leuchtet“ Maria nicht aus eigener Kraft, sondern sie empfängt ihr „Licht“ direkt von Gott.

Allen Aussagen über Maria liegt der Kerngedanke zu Grunde:
Gott handelt konkret in der Weltgeschichte, er ist kein Theoretiker. Die Menschen sind von ihm eingeladen und berufen, im Rahmen ihrer Kräfte und Möglichkeiten an seinem Heilswerk mitzuwirken. Wirkliche Marienverehrung ist nicht kurzfristiger Überschwang der Gefühle, sondern zeigt sich im weiteren Verlauf des Lebens des betreffenden Christen. So ist es z.B. sehr aufschlussreich, dass nirgendwo so viel gebeichtet wird und ehrliche Lebensumkehr geschieht wie gerade in Marien-Wallfahrtsorten.
Es kommt darauf an, sich an Maria auszurichten, an ihr zu orientieren auf dem Weg zu Gott. Maria, die Mutter, ist besorgt um uns. Sie sieht die schlimme Lage der Welt, die Gottferne und die zunehmende Menschenverachtung. Wenn wir Maria im Gebet um Hilfe für uns und alle bitten, dann heißt das: wir wollen ihr gestatten, dass sie uns an der Hand nimmt und zu Gott führt. Was wir dafür brauchen, ist nicht viel: nur Vertrauen, wirkliches Vertrauen!
Was sie bei der Hochzeit zu Kana den Dienern bei den leeren Weinfässern sagte, gilt auch für uns: „Was er euch sagt, das tut!“ – Die Szene zeigt: Maria nimmt unsere Notsituationen ganz feinfühlig wahr und handelt, indem sie ihren Sohn um Hilfe bittet. Heute würde man mit einem modernen Ausdruck dazu sagen: Maria arbeitet lösungsorientiert! ...

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12.04.2010

3. Sonntag der Osterzeit C - 18.4.2010

Apg 5,27b-32. 40b-41
Offb 5,11-14
Predigt zum Evangelium:
Joh 21,1-19


Evangelium Joh 21, 1-19:
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.
Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und eßt! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, daß Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, daß ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!


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Frühstück bei Jesus


Wer kennt das nicht? Da hat man sich ab-
gerackert und alles an Kraft investiert, was möglich war. Schließlich wollen wir alle bei unserem Tun auch Erfolg haben.
Die kirchlichen Profis und Ehrenamtlichen geben ihr Bestes, mühen und ärgern sich mit Kommuniongruppen und Firmgruppen herum und haben bei den vielen leeren Kirchenbänken an den Sonntagen nach der schönen Feier das Gefühl der Pleite, des Versagens.
Mehr als 800 Stunden Religionsunterricht hat ein Schüler im Durch-
schnitt – und was hat es gebracht? - Eine vielleicht etwas unglückliche Formulierung des Pfarrers in der Predigt – und schon gibt es Protest, Geschwätz, vielleicht sogar einen Brief an den Bischof oder einen Kirchenaustritt.
Ja, wir kennen das. Auch Arbeitssuchende kennen die böse Erfahrung der Niederlage zur Genüge. Zu alt, überqualifiziert, kein Bedarf. Schon wieder kommt eine Bewerbung zurück mit der höflichen Lüge, man hätte natürlich die Angelegenheit notiert und man würde sich vielleicht später beim Bewerber melden.
Alle Eltern können auch ein Lied davon singen. Da hat man sich so viele Jahre krumm gelegt und alles für die Kinder getan. Und was ist der Dank dafür? Die Kinder gehen nicht mehr zur Kirche, gehen aus Sicht der Eltern offensichtlich falsche Wege. Und wehe, man sagt etwas dazu!
Ja, wir kennen das, und oft genug haben wir das Gefühl, wir bewegen uns wie ein Hamster oder eine Ratte im Laufrad. Egal wie schnell wir laufen – in Wirklichkeit kommen wir nie vom Fleck!
Eine solche Erfahrung machten auch die Jünger Jesu im heutigen Evangelium. Ostern und Auferstehung waren vorbei, und nun hatte sie ihr Alltag fest im Griff. Sieben der Jünger waren in der Nähe der Stadt Tiberias am See Genesareth zusammen und wussten nicht so recht, wie es mit ihnen und der Sache Jesu weitergehen sollte.
Petrus als temperamentvolle und ungeduldige Führernatur hielt die Ungewissheit eines Abends nicht mehr aus.
Wahrscheinlich atmeten alle auf, als er sei-
nen Entschluss verkündete: „Ich gehe fischen.“
Ohne Diskussion stimmten alle zu, und sofort fuhren sie mit dem Fischerboot hinaus auf den nächtlichen See. Gefischt wurde immer nur nachts, wobei die Fische durch brennende Fackeln am Bootsrand angelockt wurden.
„Aber in dieser Nacht fingen sie nichts“. Das war das traurige Ergebnis ihrer durchgearbeiteten Nacht. Fischer, die keine Fische fangen, das ist die absolute Niederlage. Das ist, wie wenn ein Flugkapitän das Flugzeug nicht in die Luft bringen könnte… - Wenn sie doch wenigstens einen ganz kleinen Fang gehabt hätten!
Aber sie fingen nichts. Das hieß für die Profis: Wir haben uns abgeplagt für nichts und wieder nichts! - Sie standen im wahrsten Sinne des Wortes mit leeren Händen da. Alle ihre Erfolgsrezepte und alle Berufserfahrung waren für die Katz.
...

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05.04.2010

2. Sonntag der Osterzeit - 11.4.2010

Apg 5,12-16
Offb 1,9-11a.
12-13.17-19

Predigt zum Evangelium:
Joh 20,19-31



Evangelium Joh 20,19-31:

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite,

und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan.

Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT


Wird Thomas handgreiflich ?


Wir kennen das von ganz kleinen Kindern: alles muss grund-
sätzlich angefasst und wenn möglich auch in den Mund gesteckt werden. Da hat das erwachsene Wach-
personal in jeder Familie allerhand zu tun. Die Knirpse machen weder vor der heißen Herdplatte Halt noch vor der Blumenerde der Topfblumen. Die Liste der mög-
lichen Übergriffe ist unendlich. Aus Erfahrung weiß ich z.B., dass man nicht nur durch die Bankenkrise Geld verlieren kann, sondern auch auf dem Wege über den Verdauungstrakt eines Zweijährigen.
An vielen Orten wird auch erwachsenen Neugiernasen eine Ver-
haltensregel mitgegeben. Nicht nur im Museum gilt meistens „Anfassen verboten“. Bei elektrischem Strom und vielen Chemikalien hat sich die Empfehlung „Hautkontakt vermeiden“ durchaus bewährt.
Um solch einen Hautkontakt geht es auch im heutigen Evangelium. Doch immer der Reihe nach: Wir haben gehört, dass die Jünger sich aus Furcht vor den Juden selbst hinter Schloss und Riegel gebracht haben. Sie haben sich verkrochen und eingeschlossen, sind immer noch geschockt vom Tod Jesu am Kreuz.
Mit Recht fragen sie sich,
wie es mit ihnen weiter-
gehen wird. Wird man sie auch verfolgen und töten?
Als ihre Stimmung am Gefrierpunkt angelangt ist, bekommen sie jedoch überraschend Besuch.
Der Auferstandene stört sich überhaupt nicht an ihren Sicherheitsvorkehrungen und steht plötzlich in ihrer Mitte. Die Jünger, die sogar mutig ihre bürgerliche Existenz aufgegeben hatten, um seinem Ruf zu folgen, waren vor wenigen Tagen angesichts des schrecklichen Leidens Jesu lieber untergetaucht. Zu tief saß ihnen die Angst im Nacken. Der Text des Evangeliums zeigt: noch ist bei ihnen absolut keine Begeisterung, kein Pfingsten zu spüren. Stattdessen werden sie von ihrer gemeinsamen Angst in Geiselhaft genommen.
Wir hier und heute, die wir unsere eigene Schwachheit kennen und wahrscheinlich oft genug bedauern, haben sicher viel Mitgefühl übrig für dieses Versagen. Manch einer von uns hat sich sicher auch schon in einer stillen Stunde gefragt, was er oder sie denn getan hätte, wenn der Glaube plötzlich lebensgefährlich wird.
Die Frage ist nur, wie Jesus auf die Feigheit seiner Freunde rea-
giert. Er müsste doch bitter enttäuscht sein über ihr Verhalten. Doch stattdessen stellt er sich vor sie hin und sagt: „Friede sei mit euch!“ - Damit meint er natürlich nicht das Schweigen der Waffen. Friede – „schalom“, das ist der Friede, den allein Gott geben kann, ein umfassender Friede, wirkliches Glück, Heilsangebot und Befreiung von Schuld. Schalom kann man nicht machen – das gibt’s nur als Geschenk durch Gott!
Jesus zeigt dann den Jüngern seine Hände und seine Seite, also
seine Wundmale. Da erst reagieren die Jünger und freuen sich über ihn – es ist, als erwachten sie mit einem Schlag aus einem bösen Traum!
Jetzt sind sie nicht mehr wie gelähmt, sondern putzmunter und einfach nur glücklich, ihren Herrn bei sich zu haben. Erstaunlicherweise wiederholt Jesus nun seinen Gruß: „Friede sei mit euch!“ – Offenbar
ist ihm das ganz besonders wichtig, und deshalb sagt er es lieber doppelt. Wir sagen dazu gerne: doppelt genäht hält besser!
Für Jesus ist es ein Herzensanliegen, dass die Jünger nicht von ihren Schuldgefühlen gefesselt werden. Ihr Versagen will er gar nicht wegdiskutieren, aber er reitet auch nicht darauf herum. Er ist nicht als Ankläger auf die Erde gekommen, sondern als Retter.
Sein wiederholter Friedenswunsch soll signalisieren: Nun kapiert es doch endlich – Gott hat nur euer Heil im Sinn! Ihr seid nach dem Kreuz keine Geiseln des Todes mehr – für alle ist das Lösegeld bezahlt. Freut euch also – denn ihr seid in Gottes Hand!

Einer der Jünger Jesu fehlt jedoch. Es ist Thomas, der oft etwas voreilig „der ungläubige Thomas“ genannt wird. Warum er fehlt, wird im Bibeltext nicht verraten. Es heißt dort einfach nur: „Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.“ - Wir können also nur Vermutungen anstellen. Es gibt außer-
biblische Quellen, die als Grund angeben, ein Sohn des Thomas sei gestorben; wegen der Beerdigung sei Thomas daheim gewesen. Andere spekulieren, Thomas habe es einfach nicht mehr ausgehalten, hoffnungslos einfach nur im Kreise der Jünger dazusitzen. Der Bibel jedenfalls ist der Grund seines Fehlens nicht wichtig, und das sollte uns dann auch genügen.
Thomas bleibt der Gemeinschaft der Jünger jedenfalls nicht dauer-
haft fern. Er taucht bald wieder bei ihnen auf. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie irritiert er jetzt ist. Seine Kollegen sind nicht wieder-
zuerkennen, voller Freude. Strahlend berichten sie ihm, was sie mit Jesus erlebt haben. Jeder will erzählen, alle reden auf ihn ein.
Ihr Herz ist voll vom Erlebten, das muss man einfach sofort erzählen, sonst platzt man vor Anspannung.
Thomas hört sich das alles an. Was mag jetzt in seinem Kopf vorgehen? Er kennt schließlich die anderen Jünger. Das sind keine Träumer und keine Spinner. Es sind ganz bodenständige Leute, so wie er. Angelogen hat ihn von denen noch keiner. Und außerdem sind sie alle so sehr aus dem Häuschen – das kann man also nicht einfach so abtun. Thomas könnte nun klein beigeben und sagen: Ja, ja, ihr habt sicher Recht. Natürlich nehme ich euch das ab, was ihr mir hier erzählt! So einer ist Thomas aber nicht. ...


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