Apg 14,21b-27
Offb 21,1-5a
Predigt zum Evangelium:
Joh 13,31-33a.34-35
Evangelium Joh 13,31-33a. 34-35:
In jener Zeit, als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT
Jesu Kinderlein
den teuren „Rolex“-Luxusuhren gehört. Man trägt sie eben bei den Schönen und Reichen.
Klar, dass man Uhren mit diesem Markennamen z.B. auch an aller-
lei Urlaubsorten zu unglaublichen Schnäppchenpreisen angeboten bekommt. Es ist natürlich sehr die Frage, ob man sich für 150 Euro wirklich eine echte „Rolex“ ergattert hat.
Produktpiraterie nennt man so etwas, und damit haben viele Hersteller von Markenprodukten zu kämpfen. Vom T-Shirt bis zu lebenswichtigen Medikamenten wird alles nachgemacht und gefälscht, was dem Nachahmer Geld einbringen kann. Allein für die deutsche Wirtschaft beträgt der Schaden über 6 Milliarden Euro Jahr für Jahr, vom Betrug am Verbraucher und eventuellen Sicherheitsrisiken ganz zu schweigen.
Das Knifflige ist, dass es oft genug für den Laien gar nicht so einfach ist, die Fälschung vom Original zu unterscheiden. Das gilt allerdings auch für den christlichen Glauben. Nicht alles, was „christlich“ genannt wird, ist es auch wirklich. Da ist auch so manches nur imitiert, nur so ähnlich. Und nicht jeder, der sich ganz selbstverständlich als guten Christen bezeichnet, hat mit dieser Feststellung unbedingt auch recht. Jedem von uns fallen da sicher ganz mühelos aus persönlichem Erleben einige Beispiele ein.
Ein „Klassiker“ soll hier zur Demonstration genügen: Besonders Jugendliche nehmen häufig Anstoß an „Sonntagschristen“, die zwar in der Heiligen Messe laut das Halleluja singen, im normalen Alltag aber knallharte Egoisten sind und auch kräftig lügen und betrügen, wenn es für sie und ihr Bankkonto von Vorteil ist.Die Liste solcher Beispiele und Ärger-
nisse ließe sich leider spielend leicht fortsetzen, bis hin zu geistlichen Würdenträgern, die anderen gerne Wasser predigen, selbst aber eindeutig lieber Wein trinken.
Das heutige Evangelium spricht auch davon, an welchen Maßstäben man wirkliche Christen messen soll und wie man sie erkennen kann. Jesus sagt da: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“
Schauen wir einmal näher hin. Das Evangelium scheint uns auf den ersten Blick in diesem Punkt wenig originell zu sein. Das Gebot der Nächstenliebe galt auch zur Zeit Jesu schließlich schon lange.
Neu ist das also nicht. Andererseits sagt Jesus sicher nicht ohne guten Grund, dass er den Seinen hier ein neues Gebot gibt. Uns fällt da sofort die Begründung Jesu auf. Er sagt nicht einfach: „Liebt einander!“ – Jesus vertieft vielmehr seinen Appell mit dem Hinweis: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“
Wer Jünger Jesu sein will, hat also einen gewichtigen Grund mehr für sein Handeln als ein anderer, der als Nichtchrist auch Gutes tut. Jesus hat das, was er da predigt, auch selbst vorgelebt, bis hin zu Leid und Tod.Das ist wirklich neu: Seine Liebe macht auch nicht Halt vor Zöllnern und Sündern. Er isst und trinkt sogar mit denen, um die man als Frommer normalerweise einen großen Bogen macht. Und auch einen Judas, der ihn so schrecklich verraten wird, hat er als seinen Jünger nicht achtkantig hinausgeworfen.
Jesus weiß auch, wie sehr so mancher, der auf die schiefe Bahn geraten ist, sich sehnt nach dem guten Wort, das ihn wieder aufrichtet. Jesus ist immer wieder der gute Hirte, der sich nach jedem verlorenen Schaf auf die Suche macht. Sogar sein Leben opfert er für die Seinen.
Jesus hat es vorgelebt. Wer sein Jünger sein will, der soll seinem Hirten folgen. So wie Jesus uns liebt, so sollen auch wir lieben.
Im heutigen Evangelium geht es dabei weniger um die Nächstenliebe ganz allgemein. Im Zentrum steht diesmal die Nächstenliebe der Christusnachfolger untereinander. Sie sollen im Verhalten unter-
einander ganz besonders seinem großen Vorbild nacheifern.
Jesus geht mit seinem Appell an die Jünger sogar so weit, dass er diesen liebevollen Umgang miteinander geradezu zum Kennzeichen, zum Aushängeschild für Christen macht, wenn er sagt: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“
Diese menschenfreundliche Art des Umgangs miteinander ist also ein so grundsätzliches und geradezu typisches Element der Gemeinschaft der Christen, dass dies sogar jedem Außenstehenden sofort ins Auge springen muss....
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