Weish 9,13-19
Phlm 9b-10.12-17
Predigt zum Evangelium:
Lk 14,25-33
Evangelium Lk 14,25-33:
In jener Zeit, als viele Menschen Jesus begleiteten; da wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, daß er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehn-
tausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Ge-
sandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.
Haben Sie schon mal vom „Kochender-Frosch-Syndrom“ gehört?Bei der Vorbereitung der heutigen Predigt habe ich es gefunden. Ich möchte das wirklich nicht praktisch nachkontrollieren: Da haben angeblich Wissenschaftler festgestellt, wie man einen Frosch dazu bekommt, bei lebendigem Leib gekocht und damit getötet zu werden.
Wenn man den Frosch in einen Topf mit heißem Wasser wirft, heißt
es da, dann springt er blitzschnell wieder heraus, um sein Leben zu retten. Setzt man den Frosch dagegen in angenehm kaltes Wasser und erhöht nur ganz langsam die Temperatur, dann bemerkt der Frosch die ihm drohende Gefahr nicht rechtzeitig. Er bleibt unbesorgt im Wasser sitzen, bis es ihn schließlich sein Leben kostet.
Und nun sagen einige Sozialwissenschaftler und Wirtschafts-Experten, dass auch wir Menschen in der Gefahr sind, ein Opfer des „Kochender-Frosch-Syndroms“ zu werden.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Banken- und Finanzkrise der Jahre 2008/2009. Nur ganz langsam hat sich das mit den vielen faulen Krediten und Häuser-Notverkäufen über Jahre immer weiter hoch-
geschaukelt, und niemand wollte die Bedrohung wahrhaben, bis eines Tages die rasante Talfahrt der Börsenkurse begann, gefolgt von vielen Bankenpleiten und ihres Vermögens beraubten Kleinanlegern.
Einen schleichenden lebensbedrohlichen Prozess nicht rechtzeitig zu erkennen – das ist eine Gefahr z.B. auch für Firmen, die nicht früh genug neue und bessere Produkte auf den Markt bringen, wie man an der Krise einiger Autohersteller sehen kann. Doch auch jeden einzelnen von uns kann es betreffen, z.B. wenn wir nicht rechtzeitig eine gefährliche Erkrankung bemerken und behandeln lassen.
Was das mit dem heutigen Evangelium zu tun hat?
Wie wir alle wissen und auch an uns selbst wohl schon erfahren haben, ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Da gibt es in uns eine Art psychische Schwerkraft, eine bequeme Trägheit und die Tendenz, möglichst wenig zu ändern, so lange wir so, wie es ist, doch ganz zufrieden leben können. ...
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