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Die Hochsaison für alle möglichen und unmöglichen Feste ist wieder ausgebrochen. Und immer wieder wird auch der örtliche Pfarrer angefragt, dort mitzuwirken, vielleicht sogar durch eine Heilige Messe im Festzelt oder ähnliches. - Derzeit gibt es diesbezüglich in Wien wieder einen Aufreger. Ausgerechnet Dompfarrer Anton Faber ist am 26. Juni bei einer "Westernmesse" auf der Donauinsel als Zelebrant mit von der Partie.
Da dies bereits im dritten Jahr stattfindet, gibt es einschlägige Er-
fahrungen, mit Zigarettenqualm, Getränke-Ausschank, Grillfleisch an
die Biertische und ähnliches mehr - alles während der Heiligen Messe.
Nun regt sich Widerstand aus der kirchlichen Basis. Schauen Sie sich das Video von "GLORIA-TV" mal an. Ist sowas noch akzeptabel?
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Nachtrag am 18.6.: Wie "Gloria-TV" meldet, hat der Wiener Bischofsrat sich mit dem Thema befasst und die Messe überraschend untersagt. Stattdessen wird ein Wortgottesdienst stattfinden.
Das Haus der Ärmsten im Vatikan
vor 3 Stunden
Solche Auswüchse sing gottlob eher selten, was sie aber nicht entschuldigt. Bei einem Motorrad-Gottesdienst wurde die Kommunion z.T. mit brennender Zigarette zwischen den Fingern empfangen bzw. mit Kaugummi im Mund.
AntwortenLöschenIch erinnere mich an unseren Dogmatik-Professor, den wir um eine Stellungnahme zu solchen Beleidigungen des Herrn baten. Er äußerte sich wie immer knapp, aber präzise: "Der Herr wird sich zurückzuziehen wissen." - Na, hoffen wir's!
O Herr, ich bin nicht würdig... - Letztlich ist die Frage, wer vor Gott würdig ist, nicht vor den Menschen. Dennoch gelten die Richtlinien:
AntwortenLöschenhttp://www.kathpedia.com/index.php/Wer_darf_die_Kommunion_empfangen
Da treffen verschiedene Welten aufeinander. So sehr ich verstehen kann, dass jemand in seinem religiösen Empfinden getroffen sein kann beim Anblick der Bilder bei Gloria TV, so sehr halte ich die Szenen aber auch für tendenziös und vorschnell verurteilend.
AntwortenLöschenEs treffen hier unterschiedlichste Interessen und Personengruppen aufeinander:
- Da sind die Veranstalter, die sicher eine Menge Mühe investieren, dass diese Messe zustande kommen kann, weil es ihnen wichtig ist, dass Kirche hier, mitten im Leben präsent ist.
- Da sind die Verkaufsstände, die Umsatz machen wollen und müssen und vermutlich ohne ihr „am Rande dabei sein“ gar keinen Kontakt zu einer Messfeier haben könnten.
- Dann ist da der Priester und sein Gottesdienstteam, die sich sicher gut überlegt haben, ob sie sich eine solche Masse an Menschen und die Unruhe des Umfelds zumuten und zutrauen wollen und können, und die sicher sehr intensiv darüber nachgedacht haben, wie sie unter diesen Umständen eine Messe in angemessener Weise feiern können.
- Und schließlich sind da die GottesdienstteilnehmerInnen. Die einen mit kirchlichem Background, eingeübt in die üblichen Abläufe und das Verhalten während einer Messfeier, darunter solche, die sich über die Außergewöhnlichkeit eines Open-Air-Gottesdienstes freuen, und andere, die die gleiche Andacht und Stille suchen, wie in einem Gotteshaus. Manch andere, in den hinteren Reihen, sind vermutlich eher zufällig anwesend, weil sie grad vorbei gekommen sind, liturgisch ungeübt, unsicher und möglicherweise froh, in diesem besonderen Gottesdienst anonym bleiben und nicht viel falsch machen zu können, oder sie wollten eigentlich nur etwas essen und trinken und geraten unbeabsichtig und ungeplant in einen Gottesdienst.
Wer ist also zu verurteilen? Diejenige, die eigentlich zum Essen gekommen war und jetzt aus Höflichkeit zum Gebet mit aufsteht? Oder derjenige, der lange nicht in einem Gottesdienst war und gar nicht mehr weiß, wie man sich da verhält? Der, der seiner Arbeit nachgeht und Essen und Trinken verkauft, weil seine Familie von irgendetwas leben muss? Diejenigen, die bewußt den Raum der Kirchen verlassen und das Wort Gottes an die "Hecken und Zäune" bringen und "heute mal in deinem Haus zu Gast" sein wollen? Oder die, die nicht wissen, dass die Formulierung auf dem Liedzettel für sie eine Ausladung bedeutet, weil sie das Kirchendeutsch schon lange nicht mehr verstehen? Oder diejenigen, die bewusst hierher kommen, um sich über die „Würdelosigkeit“ aufzuregen?
Niemand (außer den VerkäuferInnen an den Ständen) ist gezwungen, an einer solchen Messfeier teilzunehmen oder sie als Zelebrant zu feiern. Wozu also die Aufregung? Wenn Kirche bereit ist, selbst errichtete Mauern zu verlassen, muss sie mit Leben in Fülle rechnen.
Herzlichen Dank für Ihre Mühe und die interessante Sicht auf die Dinge; Ihr Blog kannte ich übrigens noch nicht und stelle es im Juli in meinem Verzeichnis kath. Blogger vor
AntwortenLöschen(www.bloggerliste.blogspot.com).
Die Frage ist für mich allerdings, ob "Leben in Fülle" auch Respektlosigkeit vor dem Leib des Herrn beeinhalten darf.