- Aktuelle Predigt zum 25. Sonntag A am 18.9.: weiter unten! -
Angenommen, Sie haben Familie und im Familien-
kreis wird über einen möglichen Besuch bei Ihnen daheim ausführlich gesprochen. Schließlich sind alle dafür: Ja, dieser Besucher soll zu uns kommen.
Und dann, kurz bevor es so weit ist, schert ein Familienmitglied aus und erklärt laut protestierend: Also, wenn dieser Besucher kommt, dann verlasse ich demonstrativ das Haus...!
Da würden wir doch mit dem Kopf schütteln: Hör mal, du hast mit abge-
stimmt, du hast das doch mitentschieden - so geht das aber nicht!
Genau in dieser Situation ist jetzt der Deutsche Bundestag. Alle Frak-
tionen hatten dem Papstbesuch im Plenarsaal ausdrücklich zugestimmt, woran der ehemalige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel dieser Tage erinnerte. Nun gibt es offenbar so etwas wie Gedächtnisschwund bei etlichen Parlamentariern der Linken, der Grünen und der SPD.
Als Protest gegen die Papstrede im Bundestag will man den Saal verlassen bzw. nicht teilnehmen.
Kurienkardinal Walter Brandmüller verwies auf die Wirkung solchen Handelns im Ausland. Das sehe wieder sehr nach dem Bild vom "häss-
lichen Deutschen" aus. Auch mehrere deutsche Bischöfe haben ein solches Verhalten der betreffenden Abgeordneten als blamabel kritisiert. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller erinnerte die Damen und Herren daran, dass sie als Parlamentarier Volksvertreter sind, und immerhin 25 Millionen davon seien katholisch. Kardinal Meisner nannte den Boykott der Abgeordneten "kleinkariert und... engstirnig".
Solche Politiker seien "kein Qualitätsmerkmal" für die Volksvertreter.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner nahm kein Blatt vor den Mund. Ein solches Verhalten zeige die "Intoleranz und Heuchelei der Linken". Toleranz gäbe es offenbar nur, wenn es diesen Damen und Herren in den Kram passe.
Das Ganze zeigt, wie weit wir in Deutschland inzwischen gekommen sind. Anstatt dem Papst wenigstens erst einmal zuzuhören und danach gegebenenfalls kritisch Stellung zu beziehen, beleidigt man den ein-
geladenen Gast und auch Millionen von Katholiken. Vielleicht sollte man doch so etwas wie Benimm-Kurse für Abgeordnete anbieten...?
Ein dermaßen rüpelhaftes Verhalten schadet nicht nur dem Ansehen des Parlaments. Es ermuntert indirekt auch noch andere, auf ihre spezielle Art und Weise in die gleiche Kerbe zu hauen. Trauriges Beispiel:
Ein Gymnasium in Fürstenwalde hatte Willkommens-Plakate für den Papst aufgehängt. Noch einer massiven telefonischen Drohung und der Aufforderung, die Plakate zu entfernen, sonst passiere etwas, hat man auf Rat der Polizei die Plakate entfernt. - Armes Deutschland!
Best of Bergoglio (Papst Franziskus)
vor 2 Stunden
Sehr geehrter Blogschreiber!
AntwortenLöschenSoweit mir bekannt ist, haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestags niemals namentlich darüber abgestimmt, ob der Führer dieser Religionsgemeinschaft dort sprechen darf.
Insofern ist Ihre Darstellung zumindest missverständlich.
Sehr geehrter Leser,
AntwortenLöschenvielen Dank für Ihren Hinweis. Es ist richtig, dass es noch nie üblich war, über die inzwischen zahlreichen Gastredner im Bundestag namentlich abzustimmen. Allerdings lädt der zuständige Bundestagspräsident auch nicht einfach so nach Lust und Laune ein. Üblich sind vorher Gespräche mit den Partei- und Fraktionsführungen. Wenn diese grünes Licht geben, wird der Ältestenrat informiert. Welchen Sinn sollten Fraktionsführungen haben, wenn sie nicht für ihre Fraktion sprechen?
Die Zustimmung zur Papstrede lag also vor, und im übrigen sagt es viel aus über die Zustände in Deutschland, dass man hier beinahe hysterisch reagiert. Benedikt XVI. hat bereits in einigen Länderparlamenten gesprochen, und am 18. April 2008 sogar vor der Vollversammlung der UNO !
Es war doch irgendwie klar, daß sich die Abgeordneten der Dunkelheit vor der Begegnung mit dem Licht scheuen.
AntwortenLöschen"Es war doch irgendwie klar, daß sich die Abgeordneten der Dunkelheit vor der Begegnung mit dem Licht scheuen. "
AntwortenLöschenSelten so was dämliches gelesen.
Meinungen können sich auch ändern, im allgemeinen ist das auch gut, ob in diesem Fall sollte jedem Abgeordneten selbst überlassen werden, aber die Einladung war ja nicht letzte Woche.
Wahrscheinlich würden jene Abgeordneten, die sich selbst peinlich aussondern, beim Anhören einer kurzen Rede des Papstes erheblichen psychischen Schaden nehmen, oder wie?
AntwortenLöschenWenn man in einer Demokratie schon nicht mehr bereit ist, dem anderen eine halbe Stunde zuzuhören, hat man als Abgeordneter den falschen Beruf.
Zur Schule in Fürstenwalde sollte man vielleicht noch anmerken, dass der Schulleiter die Drohung gegen die Schule selber erfunden hat und danach getürmt ist: Artikel in der Märkischen Allgemeinen.
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