04.11.2011

Wohl (k)ein Scherz: Thomas von Aquin für Bischofskonferenz nicht von besonderem Interesse?!

- Infos zum 32. Sonntag A (6.11.): weiter unten! -

Wie das katholische Nachrichten-Portal "kath.net" meldet, hat die Deutsche Bischofskonferenz sig-
nalisiert, dass sie kein Interesse an der finanziellen Förderung einer deutsch-lateinischen Ausgabe der "Quaestiones disputatae" von Thomas von Aquin hat.

Der Felix-Meiner-Verlag wollte die 13-bändige Ausgabe erstmals als Gesamtwerk mit deutscher Über-
setzung vorlegen und hatte die deutschen Bischöfe um einen Druckkostenzuschuss gebeten. Geschäftsführer Manfred Meiner habe eine Zusage von Kardinal Lehmann gehabt, doch DBK-Sekretär Pater Hans Langendörfer SJ habe ihm mitgeteilt, dass nur gefördert werde, was "für uns von besonderem Interesse" ist.
Die Folge: Aus Kostengründen muss der Verlag nun das Werk ohne den lateinischen Vergleichstext herausbringen. --
Man studiere die interessanten Leserkommentare zum Artikel von "kath.net", darunter pikanterweise u.a. einer, der das Konzilsdokument "Gravissimum educationis" (Nr.10) wörtlich zitiert, wo es heißt: "Gleicherweise widmet die Kirche den Hochschulen...ihre ange-
legentliche Sorge. In der Tat ist sie... bestrebt, daß die einzelnen Disziplinen... so gepflegt werden... und so tiefer erfaßt wird, wie Glaube und Vernunft sich in der einen Wahrheit treffen. Dabei dienen die Kirchenlehrer, besonders der heilige Thomas von Aquin, als Vorbilder."
- Ob die DBK vielleicht einfach Geld sparen muss, nach-
dem sie 182 Millionen Euro Kirchensteuergelder für die Aktivitäten von WELTBILD ausgegeben hat...?


- Der Artikel bei "kath.net" >> BITTE KLICKEN !
- Das zitierte Konzilsdokument >> BITTE KLICKEN !

- Bildnachweis Thomas von Aquin >> BITTE KLICKEN !

Kommentare:

  1. Sehr wahrscheinlich hat die DBK eine Millieustudie zu den gesellschaftlichen Clustern in Auftrag gegeben, die der Frage nachgegangen ist, wer als mögliche Zielgruppe für eine solche Ausgabe in Frage käme und ob sich daraus ein Gewinn erzielen läßt. Da als Käuferkreis nur die kleine Gruppe römisch-katholischer Bildungsbürger herauskam, die man nicht noch mit schwergewichtigen theologischen Gegenargumenten füttern wollte, hat man sich lieber für eine Reinvestition der Mittel für eine Imagekampagne des Weltbildkonzerns entschieden.

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  2. In letzter Zeit hat die deutsche Bischofskonferenz viel zu oft keine glückliche Hand im Umgang mit den Schätzen unseres Glaubens!

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  3. Vielleicht hätte der Felix Meiner Verlag mit seiner Anfrage wegen eines Druckkostenzuschusses mehr Erfolg gehabt, wenn er "Die unkeuschen Träume des Heiligen Antonius" oder Ähnliches verlegen würde :-(

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  4. Man muss halt Prioritäten setzen. Wer liest - oder kennt - denn heute schon Thomas von Aquin? Der ist doch voll out. Viel dringlicher ist doch der Aufbau von weiteren Planstellen zum interreligiösen Dialog mit brasilianischen Großstadtanimisten und der (löblich) kommentierten Gesamtausgabe der Werke von Hans Küng.

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