Ez 33,7-9
Röm 13,8-10
Predigt zum Evangelium:
Mt 18,15-20
Evangelium Mt 18,15-20:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muß durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Der Herbst ist auch die Zeit der Apfel-Ernte. In ländlichen Gegenden werden dann gerne die haltbaren Apfel-
sorten für den Winter im kühlen Keller eingelagert. Dort stapeln sich dann die Obstkisten. - Wer sich damit auskennt, der weiß aber auch, dass es damit nicht getan ist. Von Zeit zu Zeit muss man nach den Vorräten schauen. Jetzt kann man nach und nach sehen, was bei der Ernte leider noch nicht erkennbar war: einige Äpfel sind beschädigt, sind faul. Wenn man diese schlechten Früchte nicht rechtzeitig aus der Kiste entfernt, stecken sie in kurzer Zeit die ganze Umgebung in der Kiste an. Das Ergebnis: Jetzt sind leider nicht nur wenige, sondern alle Früchte völlig ungenießbar geworden und nur noch Bio-Müll.
Im heutigen Evangelium scheint das ähnlich zu sein. Die Situation, die der Evangelist Matthäus da schildert, war und ist eine Gefahr nicht nur für christliche Gemeinden. Immer wieder kam und kommt es vor, dass ein aktives Mitglied eines Vereins, einer Gemeinschaft oder Gruppierung öffentlich sehr unangenehm auffällt. Überall gibt es sie, die Nörgler und die ewigen Besserwisser. Oder auch diejenigen, die bei Versammlungen stets das Wort ergreifen und es dann nicht mehr hergeben. Oder die-
jenigen, die Privates und Vertrauliches hinter vorgehaltener Hand an geeigneter Stelle weitergeben. Bei Kindern nennt man das „verpetzen“. Oder diejenigen, die als Katholiken im Ort bekannt sind, die aber immer eine Gelegenheit finden, bei den richtigen Leuten über den Pfarrer oder über kirchliche Grundsätze herzufallen, vielleicht noch ergänzt mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass man das ja alles nicht so ernst nehmen müsste mit der katholischen Lehre. Oder… - Na, da fällt jedem sicher selbst etwas ein, denn es gibt reichlich Möglichkeiten, sich daneben zu benehmen! ...
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