30.01.2012

"Der alte Mann und das Heil" - Predigt zu "Darstellung des Herrn" am 2. Februar

Vielleicht kennen Sie den Witz schon?
Ein Mann betet ganz verzweifelt zu Gott: „Lieber Gott, lass mich doch bitte auch mal einen Sechser im Lotto haben!“
So geht das Woche für Woche, Monat für Monat, ein ganzes Jahr lang. Der Mann hat wirklich Ausdauer: „Lieber Gott, lass mich doch endlich auch mal einen Sechser im Lotto haben!“ - Da verliert Gott wohl die Nerven und antwortet dem energischen Beter: „Gib mir bitte eine faire Chance – besorge dir endlich mal einen Lottoschein!“

Wir haben verstanden. Um etwas gewinnen zu können, muss man erst einmal etwas investieren, etwas riskieren. Wer zu einem bestimmten Ziel gelangen will, der muss sich auch tatsächlich auf den Weg machen.
Im heutigen Evangelium haben sich gleich mehrere auf den Weg gemacht. Da sind zuerst einmal Maria und Josef mit dem neugebo-
renen Jesus. Nach einer vorgeschriebenen Wartezeit war damals für alle Wöchnerinnen eine Art Reinigungs-Ritus nach dem Gesetz des Mose vorgeschrieben. Erst danach durften sie wieder am normalen gottesdienstlichen Leben ihrer Gemeinde teilnehmen.
Maria und Josef machen sich also auf den für die junge Mutter mühsamen Weg nach Jerusalem hinauf. Im Tempel wollen sie das
Kind zugleich Gott weihen.
Das war damals ebenso üblich: Jeder männliche Erstgeborene sollte dem Herrn geweiht sein. Kein Kind ist Besitz der Eltern. Es ist stets auch Gottes Kind, Gottes Schöpfung. Maria und Josef wollen keine Extra-Wurst für Jesus. Sie tun genau das, was Tausende anderer junger Eltern tun. Sie halten sich strikt an die religiösen Vorschriften ihres jüdischen Glaubens. Sie machen sich auf den Weg wie alle. ...

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