22.01.2012

Erbsenzählerei: Will der Papst ein Jahr des Glaubens ohne Bibel...?

- Predigt 3. Sonntag B (heute): ganz unten "Ältere Posts" anklicken! -

Die Zeitschrift "Christ in der Gegenwart"
hat den Skandal zuerst entdeckt:
In den vorbe-
reitenden pasto-
ralen Verlaut-
barungen aus Rom zum kommenden "Jahr des Glaubens" (ab Oktober 2012) ist "von Bibel nicht die Rede". - Ein Aufreger? Zumindest einige Quellen im Internet greifen das Thema begierig auf. Ist ja auch mal wieder typisch für das "Politbüro in Rom", wie es in einem erbosten Leser-Kommentar heißt. Sogar eine emeritierter Uni-Professor läßt sich zu der Erklärung hin-
reißen, "nirgends" werde "auf die Bedeutung der Heiligen Schrift für den Erwerb und die Pflege des Glaubens hingewiesen".
Irgendwo werden gar Wörter wie Erbsen gezählt, um zu der Erkenntnis zu kommen, in den vorbereitenden Dokumenten aus Rom komme "Katechismus" zwar 29 mal vor, "Gott" lande aber nur auf Platz 41 der häufigsten Begriffe, und "Bibel" eben gar nicht.
Nana, die bösen, machtgierigen Männer in Rom - schon wieder mal in ein Fettnäpfchen getappt?

Wie heißt es doch so schön: Wer suchet, der findet! - Das gilt aber nicht nur für die Kritiker vatikanischer Erklärungen, sondern auch
für offenbar notwendige Ergänzungen zu solchen Behauptungen.
Das "Jahr des Glaubens" stellt den weltweiten Katechismus der Katholischen Kirche zur Abwechslung auch mal in den Mittelpunkt der Überlegungen, was 50 Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil nicht falsch ist, oder?
Wenn die Kritiker im Katechismus lesen, können diese übrigens feststellen, dass der-
jenige, der sich mit dem Katechismus beschäf-
tigt, automatisch auch mit der Bibel in Kontakt kommt. Überall in den Texten sind Hinweise auf biblische Quellen zu finden (siehe Linktipp unten); es gibt sogar ein umfangreiches Kapitel über "Die Heilige Schrift im Leben der Kirche"...
Außerdem findet in der Fastenzeit 2012 in 11 europäischen Groß-
städten das Projekt "Großstadtmission" statt. Der zuständige Kurienerzbischof Rino Fisichella schreibt darüber u.a., dass die Mission mit einer "vollständigen Lesung der Evangelien" eröffnet werde, "um das Wort Gottes in den Mittelpunkt zu stellen".
Wenn kritisiert wird, das "Jahr des Glaubens" solle nach vatikanischem Willen ohne die Bibel stattfinden, dann ist das also nicht korrekt. Aber man kann natürlich auch bei einem Autokauf bemängeln, der Händler habe absichtlich nicht erwähnt, dass der Autoschlüssel ebenfalls zur vorhandenen Ausstattung des Fahrzeugs gehört.
Niemand in Rom wird euch böse Briefe schreiben, liebe Kritiker, wenn ihr selbst im Jahr des Glaubens in euren Gemeinden Veranstaltungen zur Bibel plant, auch ohne dass Benedikt XVI. euch das ausdrücklich diktiert hat. Ganz im Gegenteil, man wird sich freuen - also seid jetzt mal ganz mutig und bleibt locker...!

- Katholischer Katechismus online >> BITTE KLICKEN !
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7 Kommentare:

  1. Was Sie "Erbsenzählerei" nennen, ist für mich ein sehr lustvoller und kreativer Umgang mit meiner Verärgerung und eine Vorwegnahme der Antwort auf die bei strittigen Artikeln immer gestellte Frage nach "Belegen" für die Thesen.

    Schade, dass Sie nicht auf meinen Hauptkritikpunkt eingehen, nämlich meinen Verdacht, dass es bei dem "Jahr des Glaubens" mehr um die Verbreitung vatikanischer Texte und Interessen geht, als um eine Vertiefung des Glaubens (des/der einzelnen und der Kirche insgesamt), zu dem eine Auseinandersetzung mit den biblischen Texten existenzieller dazu gehört, als die Beschäftigung mit Katechismen.
    Ameleo

    P.s.:
    Der Link zu Ihrem eigenen Artikel lässt sich nicht verfolgen. Er erscheint kurz auf dem Bildschirm und ist dann wieder weg.

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  2. Zum P.S.: Mir scheint, die Software von "blogger" bzw. "blogspot." spielt manchmal verrückt, bei Links, bei Kommentaren, bei Uhrzeiten usw. usw. - Ich bin da auch ratlos...!
    Der katholische Katechismus kommt zwar inhaltlich und von den Formulierungen her etwas störrisch daher, liegt m.E. aber nicht nur im Interesse des Vatikans, sondern eines jeden Katholiken.
    Ich vergleiche das gerne mit einer Leitplanke an der Straße: Sie gibt mir Orientierung und schützt mich vor schweren Abstürzen in den Graben, aber ich muss nicht mit meinem Auto ständig an ihr entlang schlittern.
    Ganz liebe Grüße!

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    1. Da lebe offensichtlich in einem weniger gefährlichen Umfeld: Leitplanken gibt es hier an den Straßen so gut wie gar nicht, was viel Freiheit ermöglicht ;-)
      Das Problem scheint am Internet Explorer gelegen zu haben. Mit Firefox läuft alles rund.

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  3. Wenn die Kritiker im Katechismus lesen, können diese übrigens feststellen, dass der-
    jenige, der sich mit dem Katechismus beschäf-
    tigt, automatisch auch mit der Bibel in Kontakt kommt.


    Automatisch läuft das nach meiner Erfahrung ganz und gar nicht. Ich habe darüber schon bei amelo geschrieben.

    Ich hatte letztes Jahr mehrmals mit Gruppen sehr engagierter katholischer Ehrenamtlicher zu tun. Was den Katechismus betrifft, waren sie durchgehend außerordentlich fit. Als Bibelstellen außerhalb der Evangelien / Apostelgeschichte aufgeschlagen und verglichen werden sollten, hatten sie - bis auf wenige Ausnahmen - Schwierigkeiten diese ohne Hilfestellung zu finden.

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  4. Wer im Katechismus liest, findet dort an sehr vielen Stellen Verweise auf die Bibel, z.B. als Begründung für eine Aussage im Katechismus.
    Mit "automatisch" meinte ich also, dass man bei einer intensiveren Beschäftigung mit dem KKK gar nicht umhin kann, die Bibel ergänzend zu Rate zu ziehen.
    Als ehemaliger Religionslehrer kann ich ansonsten Ihre Aussage nur unterstreichen, wie schwierig es ist, ein biblisches Grundwissen an den Mann oder an die Frau zu bringen.
    Wenn man sich viele Programmheftchen von Katholischen Bildungswerken und Pfarreien anschaut, findet man dort eher Yoga als Bibel. Schade!

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  5. Das Gejammere, die Bibel werde im "Jahr des Glaubens" nicht oder nicht genügend berücksichtigt, lenkt doch nur vom eigentlichen Problem ab:
    Wie hält man es selbst mit dem Einsatz für den wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus?
    Ist man bereit, für seine Überzeugung einzutreten?

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  6. Über den Artikel bei Ameleo habe ich mich gewundert, konnte aber bisher weder dort kommentieren noch hier Kommentare lesen (mit der Kommentarfunktion bei Blogger stimmt derzeit etwas ganz und gar nicht).

    Es wird beim Wörterzählen beklagt, daß der Begriff Christus erst auf Platz 13 käme. Meines Erachtens ist man dabei zu sehr an der Oberfläche geblieben. Auf wen gründet sich denn unsser Glaube, die Kirche und deren Katechismus? Christus? – Ja, genau.

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