14.06.2012

Freiburger Kapelle: Nistkasten oder Tabernakel? - Eine persönliche Anmerkung

Predigt u. Linktipps 11. So. B (17.6.): weiter unten!

Ich war nicht dabei beim Treffen der katholischen Blogger in Freiburg. Die vielen Stellungnahmen habe ich aber mit großem Interesse gelesen. Nicht in allen Punkten war man einer Mei-
nung, und das ist auch in Ordnung so. Die Kapelle im Karl-
Rahner-Haus
war offensichtlich eine besondere Heraus-
forderung. Einige fanden die Gestaltung einfach super ("Für mich war es eine der schönsten Kapellen, in der ich je war"), andere signalisierten schroffe Ablehnung; sie haben den Raum "schlicht als scheußlich empfunden".
Ich gestehe: Mich hat's auch geschockt, als ich die Fotos sah, z.B. HIER.
:















In den Richtlinien zur Gestaltung von Altarräumen liest man z.B., dass die Gestaltung des Tabernakels "würdig und edel" sein soll, ihm solle "bei der künstlerischen Gestaltung... immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden"; das Ewige Licht müsse in unmittelbarer Nähe aufgestellt und müsse "ein echtes Wachs- oder Öllicht sein". Und ergänzend im "Rituale": "Der Ort, an dem die heilige Eucharistie aufbe-
wahrt wird, soll eine wirklich hervorgehobene Stätte sein"
.
Und dann sieht man in Freiburg an der Kapellenwand ein Holzkästchen, das mich stark an einen Nistkasten für Vögel erinnert. Nicht jedem mag es da gelingen, sich auf eucha-
ristische Anbetung des gegenwärtigen Herrn zu konzentrieren.
- Schade, wirklich schade, finde ich.
Aber o.k. - wem's gefällt...
:
Das Foto habe ich bei "Bachmichels Haus" entdeckt und hoffe, die Verwendung geht in Ordnung. Sonst bitte melden - dann wird es prompt entfernt!
- Richtlinien-Beispiel (pdf)  >> BITTE KLICKEN !
- Gestaltungs-Hinweise (ab S.9/pdf)  >> BITTE KLICKEN !
- Klar ablehnend >> BITTE KLICKEN ! 
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Kommentare:

  1. Der Thuriferar14.06.2012 08:06:00

    Offenbar ist eucharistische Frömmigkeit garnicht vorgesehen. Das Allerheiligste hinter Barrikaden aus Hockern, die an Hauklötze erinnern. Keine Kniebänke, nichts. Was für ein Armutszeugnis!

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  2. Lieber Predigtgärtner, gerne dürfen Sie mein Bild verwenden. Es ist ja wirklich ausreichend markiert, welchem Blog es entstammt.
    Noch vor 1 Woche hätte ich mir übrigens nicht vorstellen können, dass eine schlichte Kapelle so viele Emotionen wecken kann.
    Andrea

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  3. Danke für's Foto. Für mich ist es auch völlig o.k., wenn sich andere dort wohlfühlen. Mich stößt es eben ab.
    Was man auf dem Foto nicht so gut erkennen kann: Der Tabernakel ist immerhin vergoldet.

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  4. Ferdinand Dörner14.06.2012 08:28:00

    Die minimalistische Ausgestaltung des sakralen Raumes zeigt, wie geschichtsvergessen und unsensibel die Macher sind.
    Stets war für die würdige Verehrung Gottes das Beste gerade gut genug und zeigte auch Außenstehenden, was einem Gott bedeutet.
    Ich glaube kaum, dass Künstler und Verantwortliche im Freiburger Ordinariat selbst auch so dürftig leben und z.B. Geschenke für ihre Lieben auf ein absolutes Minimum reduzieren.
    Ich würde mal gerne die Wohnung von demjenigen sehen, der das genehmigt hat.

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  5. Je nachdem, auf welcher Seite man auf einem der furchtbaren Holzklötze sitzt, kann man den Tabernakel noch nicht einmal sehen. Anbetung dürfte da schwerfallen.
    Der Altar spottet jeder Beschreibung, wie ein Baumstamm, der gerade ins Sägewerk eingeliefert wird.
    Positiv zu vermerken: Gute Akustik!

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  6. Die Gestaltung ist aus einem Guß. Der Altar soll das rauhe unfertige des Kreuzes vermitteln. Ich vermute das so. Die Kapelle ist mir unbekannt

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  7. Ich find die Diskussion reichlich, sagen wir mal: "binnenkatholisch", zumal Freiburg vermutlich an jeder Ecke eine Kirche mit Tabernakel, Kniemöglichkeit und was alles sonst noch von den Bloggerkolleg_innen gefordert wurde, zu bieten hat.

    Danke aber für das Video! Da verbirgt sich ja eine ganz wundervolle Internetseite mit virtueller Kirchenführung dahinter. Das habe ich aufgegriffen: http://frech-fromm-frau.blogspot.de/2012/06/von-ruckblicken-einem-tabernakel-und.html

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  8. Frank Schulte15.06.2012 16:27:00

    Mich schockiert die geschichtsvergessenheit von Ferdinant Dörner: Wie sprach schon Hieronymus in einer Predigt im Jahre 385 n.Chr.:
    „Unter dem Vorwand, Christus zu ehren, haben wir heute die aus Lehm gefertigte Krippe entfernt und durch eine silberne ersetzt. Ich sehe aber mit Staunen, dass der Herr und Schöpfer der Welt nicht in Gold und Silber, sondern in Staub geboren wurde.“ Wie wahr, wie wahr, der Prunk ist dermaßen unangemessen.

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