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Kurzes Ge-
spräch zweier Eheleute. Sie: "Du liebst mich nicht mehr!" - Er: "Aber wie kommst du denn darauf?" - Sie ganz em-
pört: "Du bringst mir keine Blumen mehr mit, und du sagst auch kaum noch, dass du mich liebst!" - Der Ehemann ganz verwundert: "Aber Liebling, das habe ich dir doch vor der Hochzeit so oft gesagt. Das sollte doch wohl reichen...!"
Die Szene kommt uns mit Recht seltsam vor. Wer in einer innigen Beziehung zueinander steht, für den ist es doch wohl eine Freude und ein Bedürfnis, dem Partner immer wieder neu durch verschiedene Zeichen zu signalisieren: Du, ich liebe dich!
Mit diesbezüglichen Erklärungen aus weiter Vergangenheit ist es jedenfalls nicht getan. Das gilt aber auch für das Leben als Christ, als Katholik. Da reicht es auch nicht, irgendwann mal getauft worden zu sein. Ein Pfarrer hat es mal treffend so aus-
gedrückt: "Denken Sie daran: glauben ist ein Tätigkeitswort!"
Wenn wir Katholiken also beispielsweise die Fastenzeit be-
achten und am Freitag ein besonderes Opfer bringen, dann ist das Ausdruck unserer Beziehung zu unserem Herrn, zu Jesus Christus. An jedem Freitag gedenken wir durch etwas Beson-
deres in unserem Umgang mit diesem Tag an den Tag des Leidens und Sterbens Jesu, den Karfreitag.
Richtig, es gibt dazu ein Kirchengebot, auch im Katechismus nachzulesen. An jedem Freitag, der nicht auf ein Hochfest fällt, soll der Katholik von Fleischspeisen abstinent leben. Wie z.B. die Deutsche Bischofskonferenz formuliert hat, kann das Frei-
tagsopfer auch eine andere Form annehmen, etwa durch Ver-
zicht auf Genussmittel oder eine Art von bewusster Einschrän-
kung, Spenden von Erspartem usw. Durch den bewussten Verzicht an diesem Tag haben schon die ersten Christen des Opfers Christi besonders gedacht.

Nun scheint es so, als wenn das etwas stiefkindlich behandelte Freitagsopfer wieder stär-
ker ins Be-
wusstsein rückt. So hat beispielsweise die Bischofskonferenz von England und Wales im vergangenen Jahr 2011 die Gläu-
bigen sehr deutlich an die Einhaltung des Fleischverzichtes am Freitag erinnert. In Deutschland widmete etwa Bischof Hanke (Eichstätt) sein Hirtenwort zur österlichen Bußzeit 2012 dem Verzicht am Freitag, und ein Projekt kirchlicher Jugend-
verbände widmet sich auch ausdrücklich dem Thema, um nur einige Beispiele zu nennen.
Lässt sich daraus schon ein Trend erkennen, das Freitags-
gebot allgemein wieder mehr zu beachten?
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